Neujahrswunsch eines Knaben an seinen Vater

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Neujahrswunsch eines Knaben an seinen Vater (1770)

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Dank dir, o Himmel, festlich laute Wonne!
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Noch lebt dein Liebling, mein Papa.
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So dacht' ich heut, als ich empor zur Sonne
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Mit ihren ersten Strahlen sah.

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Wo ist der Knabe, der die Freude
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Des jungen Herzens ganz versteht,
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Wenn er voll Inbrunst an der Seite
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Des hochgeliebten Vaters steht?

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Vor einem Vater, der die Tugend
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Und Weisheit in der Seele trägt,
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Und dessen Busen unsrer Jugend
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Voll Zärtlichkeit entgegen schlägt.

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So steh' ich hier! – Ich armer Knabe
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Empfinde meine Schwäche heut,
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Denn ach, wo sind' ich eine Gabe
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So groß, wie meine Dankbarkeit?

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Doch Vater, nein! du forderst statt der Gaben
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Ein treues kindliches Gemüth,
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Worin dein Bildniß eingegraben
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Und wo Entschluß zur Tugend glüht.

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Drum will ich mich zu Gott erheben:
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Mach mich gehorsam, gut und treu,
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Daß ich in meinem ganzen Leben
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Des besten Vaters würdig sei.

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Gib mir Philotas Heldenliebe,
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Den Muth des jungen Werdomar;
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Schenk mir des kleinen Joels Triebe,
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Fromm mög' ich sein, wie Nephtah war.

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Doch wenn ich nicht in meinem Leben
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Des Vaters Lust und Freude bin;
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So nimm Gott, was du mir gegeben,
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Mein Leben in der Blüthe hin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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