Freundschaft

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Freundschaft (1778)

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Freundschaft, Himmelstochter,
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Komm und höre mich!
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Im geweihten Liede
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Göttin, sing ich dich.
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Laß von Sympathieen
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Meine Seele glühen,
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Daß von deinem Licht erhellt,
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Dir das Lied gefällt.

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In der Wüste trauernd
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Hat ein Menschenfreund
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Einstens vor dem Himmel
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Seinen Gram geweint:
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»schöpfer meines Herzens,
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Kenner meines Schmerzens,
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Sprich, was soll dies Zittern hier,
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Dieser Drang in mir?

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Löw' und Wolf und Tiger,
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Wild und zahmes Vieh
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Haben für mich Armen
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Keine Sympathie.
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Felsen, Berge, Meere
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Füllen nicht die Leere,
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Hellen nicht die Dunkelheit,
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Die mein Herz entweiht.«

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Gott der Menschenvater
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Hört den Klager an;
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Und, mit Himmelsklarheit
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Lieblich angethan,
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Kam zum Menschenfreunde,
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Der in Wüsten weinte,
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Freundschaft. – Groß und gut und mild
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War der Göttin Bild.

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Ihre Lippe hauchte
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Sanft ins Menschenherz
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Mitgefühl für Freude,
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Mitgefühl für Schmerz;
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Seelen wurden Flammen,
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Schlangen sich zusammen,
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Und zum Herzenbilder drang
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Nun ein

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Freundschaft macht die Menschen
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Gottes Engeln gleich,
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Macht sie froh im Kummer,
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In der Armuth reich;
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Und an ihrem Stabe
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Wandeln wir zum Grabe,
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Sprechen zu dem Freunde: dort
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Daurt die Freundschaft fort.

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Freunde, stark und dauernd
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Wie die Ewigkeit
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Ist die Brudertreue,
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Die ich Euch geweiht.
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Macht nicht Mädchenliebe
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Oft das Leben trübe?
55
Nur die Freundschaft hat allein
56
Ewig Sonnenschein.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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