Das Glück der Empfindsamen

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Das Glück der Empfindsamen (1774)

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Weg, Plutus, mit der goldnen Gabe!
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Bin ich nicht reich genug? Ich habe
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Ein Herze voll Gefühl.
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Da nimm dein Gold! und gib's den Reichen,
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Die steinernen Kolossen gleichen!
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Ich habe schon zu viel.

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Ein Frühlingstag, ein Sommermorgen
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Zerstreuet alle meine Sorgen;
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Es darf die Lerche nur
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Hoch in den blauen Lüften trillern,
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So wandl' ich froher in der stillern
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Mit Thau bedeckten Flur.

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Gedrückt vom widrigen Geschicke,
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Lass' ich das Stadtgetös, und pflücke
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Ein Blümchen auf der Au'.
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Fällt auch ein Zährchen hin und wieder
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Auf's weiße Wiesenblümchen nieder;
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So denk' ich, es sei Thau.

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Oft spiel' ich klagend auf dem Flügel,
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Wenn Luna glänzt. Von Sions Hügel
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Kömmt Göttin
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Und haucht Begeistrung in die Finger,
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Und jenes Lebens Trost. Geringer
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Wird dann der Schmerz durch sie.

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Jüngst wünscht' ich mir den Tod. Da lauschte
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Mein Mädchen in dem Busch und rauschte
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Hervor im Sonnenhut;
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Gleich seufzt' ich nimmer um mein Ende;
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Denn ach, sie drückte mir die Hände
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Und sprach: Ich bin dir gut.

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Wenn Arme an den Dornenstäben
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Gekrümmt vor meiner Hütte beben,
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Da klopft mir zwar die Brust;
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Doch, wenn ich eine kleine Gabe
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Bei eigner Armuth übrig habe,
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So fühl' ich Engellust.

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Ich wohne gern in meiner Hütte.
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Gewähre mir nur eine Bitte,
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Wohlthätige Natur!
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Nie will ich mich der Armuth schämen;
41
Du darfst mir alles, alles nehmen,
42
Mein Herze laß mir nur!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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