Warnung an die Mädels

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Warnung an die Mädels (1782)

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Es sah ein Mädel jung und zart
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Einst einen Offizier.
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Das Port d'Epee, die Achselschnur
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Und seine modische Frisur
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Behagte trefflich ihr.

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Willst mich? so fragt der Offizier
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Das Mädel; husch: Ich will!
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Drauf war das Pärlein wohlgemuth,
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Auch ging's dem Weiblein anfangs gut,
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Sie hatte Hüll' und Füll'.

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So lang der Krieger fechten kann,
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Hält man ihn lieb und werth;
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Doch wenn ihm Jugendkraft gebricht,
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So wird des Fürsten Angesicht
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Gar bald von ihm gekehrt.

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Taratara! ins Feld! ins Feld!
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Das arme Weiblein schreit;
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Denn bald Kartätschenfeuer kam
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Und schoß ihr liebes Männchen lahm,
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Bei aller Tapferkeit.

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Da lag der lahme Krieger da,
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Ihn heilte keine Kur;
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Er hinkte nun am Krückenstab;
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Der Fürst ihm seinen Abschied gab,
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Jedoch in Gnaden nur.

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Das arme Pärchen wandert nun
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Auf Bettelfuhren fort.
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Doch endlich ging der lahme Held
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Von einem Strohsack aus der Welt
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Und kam an bessern Ort.

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Da jammert nun das arme Weib
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Auf seinem Grab und spricht:
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»ihr Mädels, alles in der Welt,
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Nehmt Männer, wie es euch gefällt,
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Nur einen Kriegsmann nicht!«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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