Der Trennung Last liegt schwer auf mir

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Der Trennung Last liegt schwer auf mir Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Der Trennung Last liegt schwer auf mir;
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Ich liebe sie, die Meinen.
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Laß, meines Herzens Gott! vor dir
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Mich diese Frage weinen:
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Werd' ich nach meinem Tode gleich,
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Werd' ich in Christus Königreich
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Die Meinen wiedersehen?

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Vielleicht! O Gott, ich höre schon
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Des Geistes Stimme wehen;
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Sie lispelt mir, wie Harfenton:
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Du wirst sie wiedersehen,
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Bist du nur fromm, sind sie nur gut,
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Sind sie aus Wasser, Geist und Blut
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Gezeugt zum ew'gen Leben.

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Die fromme Seele trennt sich nicht
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Von gleichgestimmten Frommen,
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Sie werden all' in Gottes Licht
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Aufs neu' zusammenkommen,
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Von keinem Tode mehr getrennt;
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Denn Gottes Engel, der sie kennt,
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Versammelt die Erwählten.

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Die Einfalt sieht den Biedermann,
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Der Christ den Christen wieder,
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Das Weib trifft ihren Gatten an,
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Der Bruder seine Brüder.
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Die fromme Mutter küßt ihr Kind;
27
Denn alle gute Seelen sind
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In Gottes Stadt beisammen.

29
Elias der Thisbite kam
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Im Wettertod zu Mose;
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Ein Lazarus zu Abraham,
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Zu ruhn in seinem Schoße.
33
Der Schächer hört das große Wort:
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Im Paradiese wirst du dort
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Noch heute mit mir leben.

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Und dennoch sollten Christen sich
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In ihrem Tode grämen?
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Sprach nicht der Herr so brüderlich:
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Ich will euch zu mir nehmen,
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Damit ihr alle bei mir seid,
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Zu schauen meine Herrlichkeit,
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Und ewig mit mir herrschet. –?

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Zum Berge Zion kommen wir!
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Zu Gottes Stadt im Himmel!
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Wo Engel stehen, Herr, vor dir
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Im jauchzenden Gewimmel!
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Zu der Gemeinde Strahlenchor!
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Zu Geistern steigen wir empor
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Vollendeter Gerechten!

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Und ach, zu Gott! zu Gott! zu Gott!
51
Dem Herrscher über alle!
52
O komm nur, Tod, komm, süßer Tod!
53
Damit ich niederfalle
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Am Thron und meinen Vater seh',
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Und meinen Mittler Jesum seh',
56
Und mich sein Blut besprenge.

57
Drum bitt' ich euch mit hoher Hand,
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Seid fromm und gut, ihr Meinen!
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Dann wird uns Gott im Vaterland
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Auf ewiglich vereinen.
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Wie wird's uns sein, wenn wir uns
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Wenn wir uns froh entgegen gehn
63
Und uns am Halse weinen.

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Da wollen wir vor Gottes Thron
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Einander alles sagen,
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Was wir auf dieser Welt für Hohn
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Und Ungemach ertragen;
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Uns freuen, daß des Lebens Zwist
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Und Fährlichkeit vorüber ist,
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Und Gott mit Thränen danken.

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Doch Frommen nur wird's Freude sein,
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Wenn sie sich wiedersehen.
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Gottlose häufen nur die Pein
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Mit ihrer Brüder Wehen.
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Dort fühlt der Lüstling sein Gericht,
76
Und er verlangt die Brüder nicht
77
Zu sehn in gleichen Qualen.

78
Drum bitt' ich dich durch Christi Blut,
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Erbarmer in der Höhe:
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Mach meine Lieben fromm und gut,
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Daß ich sie wiedersehe.
82
Auch mich erhalte dir getreu;
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Dann, Vater, bin ich auch dabei,
84
Wenn sich die Lieben finden.

85
Weltrichter, welch ein Tag für dich,
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Ein Festtag voll Erbarmen,
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Wenn so viel tausend Seelen sich
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Vor deinem Thron umarmen;
89
Dann bluten Herzen nimmermehr
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Und dann versiegt die Abschiedszähr';
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Du trocknest ja die Thränen.

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Drum weint nicht, Freunde! denn gewiß
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Sollt ihr mich wieder finden,
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In Gottes Stadt, im Paradies,
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Von Fesseln frei und Sünden.
96
Auch unser Staub wird auferstehn!
97
O Wiedersehn! O Wiedersehn!
98
Wie tröstest du die Seele!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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