Die Thränen

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Die Thränen (1784)

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Thränenbilder, sei gepriesen,
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Für die Thränen, die so süß
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Von den Wangen niederfließen,
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Wie der Thau im Paradies.

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Wenn die heiße Last der Qualen
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Meine müde Seele drückt,
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Und mein Aug' mit matten Strahlen
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In den Staub des Elends blickt;

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Ach, so macht die Silberquelle,
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Strömend meinem Herzen Luft,
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Und mein Aug', von Thränen helle,
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Blickt hinauf durch Kerkerduft!

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Und den Himmel seh' ich wieder;
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Engel schauen, däucht es mich,
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Gnadelächelnd auf mich nieder
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Und mein Herz erleichtert sich.

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Oft sah ich in Thränenbächen
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Gottes Sonne schön und mild
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Sich in tausend Strahlen brechen
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Und des Regenbogens Bild.

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Ach, da denk' ich, Gottes Höhen
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Siehst du schon wie Stephanus!
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Siehst schon Jesum Christum stehen,
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Giebst ihm schon den Trauungskuß.

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Wann ich im Gefühl der Sünde
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Eine Thräne weinen kann,
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Und den Wonnetrost empfinde:
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Jesus nimmt die Sünder an;

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O wie leicht wird's da dem Herzen,
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Wenn die Angst in Thränen schmelzt,
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Das Gefühl gehäufter Schmerzen
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Wird gleich Hügeln weggewälzt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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