An die Schwaben

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Christian Friedrich Daniel Schubart: An die Schwaben (1775)

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Ihr lieben Schwaben insgesammt,
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Wenn noch ein Fünkchen in euch flammt
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Von Ahnenglut, so höret mich –
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Denn biederb, frei und deutsch bin ich.
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Unüberwindlich, groß und stark,
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In ihrer Knochen Löwenmark
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War eurer großen Väter Art;
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Jetzt seid ihr zärtlich, winzig, zart;
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Tragt statt der Waffe Degelein
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Mit Bändern d'ran, gar hübsch und fein,
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Und sprecht mit eurem lieben Sohn
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Franzosensprach' im Nasenton!
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Ihr lauft verbuhlt um eure Weiber,
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Wie Maulwurf, Sperling, oder Täuber.
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Wer Complimente schneiden kann,
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Wer schmeicheln, kriechen, heucheln kann,
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Der ist bei euch ein ganzer Mann!
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Ihr haschet nur nach Rauch und Dunst,
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Und nicht nach Wissenschaft und Kunst:
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Drum gilt bei euch der Gauch und Tropf
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Mehr als der Weise und der Kopf!
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Der Jüngling sitzt beim Wein so kalt,
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Als wär' er achtzig Jahre alt,
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Und säße auf der Alpen Höh
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Mit bloßem A im ew'gen Schnee.
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– Ists Wunder, wenn man euch entehrt,
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Als wenn ihr Yähoo wärt?
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Schnipst euch der Sachs' und Breme doch
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Verächtlich unters Nasenloch.
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O denkt einmal im Ernste nach,
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Was einst Bohemus von uns sprach:
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Ach denkt daran, 's ist hohe Zeit.
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Seid klug, schon vor den vierzig Jahren,
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Wie's eure braven Väter waren.
35
Wie schön, wenn einst der Enkel spricht:
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Die Narrenkappe paßt mir nicht.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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