Ha, die große Freiheitsstunde

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Ha, die große Freiheitsstunde Titel entspricht 1. Vers(1781)

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Ha, die große Freiheitsstunde
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Kommt einmal, mein Freund, für dich!
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Mit dem Jubel aus dem Munde
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Schwebt sie! Bräutlich zeigt sie sich!
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Von des Engels Hauch zerschmelzen
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Schwere Fesseln, deren Last
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Du, gekettet an den Felsen
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Deiner Wand, getragen hast.

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Ach! sie führt mit Lilienhänden
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Dich vom Thränenberg herab,
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Dem Gefangenen, Elenden,
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Schauervoller als das Grab.
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Kerkerstaub entfliegt dem Kleide,
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Und der goldnen Freiheit Licht
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Hängt an seinem Saum; die Freude
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Röthet wieder dein Gesicht.

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Weggeschwunden, o du Lieber!
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Weggeschwunden ist die Nacht,
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Die dir oft die Seele trüber,
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Als der Nächte Schau'r gemacht.
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Deine Thränen sind verflossen,
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Die du oft im Kerkergrab
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Vor dem Engel hingegossen,
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Den dir Gott zum Schutze gab.

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Keine Schlösser, keine Riegel
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Rasseln mehr vor deiner Thür';
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Und der Schwermuth Rabenflügel
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Schattet nimmer über dir.
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Nimmer steigt durchs Eisengitter
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Dein Geächz': O Vater, nimm
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Diesen Kelch, so schwer, so bitter,
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So gefüllt mit deinem Grimm.

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Deine Brüder siehst du nimmer
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Schleppen ihrer Ketten Last;
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Hörst nicht mehr ihr Angstgewimmer
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In den Nächten ohne Rast.
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Siehst nicht mehr die Weidengerte
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In des Kriegers Blut getaucht;
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Nimmer siehst du, wie die Erde
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Von Verzweiflungszähren raucht.

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Freiheit! Freiheit! hörst du tönen
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Aus dem alten Eichenhain,
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Wandelst bald mit Deutschlands Söhnen
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Wieder an dem freien Main.
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Freiheit! Gottes größter Segen!
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Freiheit, ach, wann wandelst du
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Mir Bestürmten auch entgegen?
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Bringst mir wieder Seelenruh'?

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R ..., Trauter, sieh mich weinen
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Mit verhülltem Angesicht.
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Geh, umarme nun die Deinen;
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Aber Freund, vergiß mich nicht!
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Sprich zu deinen Lieben: droben
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Fault in seinem Kerkergrab
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Schubart, der mir manche Proben
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Seiner Lieb' und Freundschaft gab.

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R ..., nicht mehr auf dieser Erde,
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Einst im Himmel seh' ich dich!
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O dann bleibst du mein Gefährte,
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Ewig! ewig liebst du mich!
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Und in Paradieseslauben,
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Wo kein Menschenhenker quält,
63
Schweben wir, wie Zwillingstauben,
64
Die die Sympathie vermählt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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