1. An Hahn bei seiner Pfarrveränderung 1781

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Christian Friedrich Daniel Schubart: 1. An Hahn bei seiner Pfarrveränderung 1781 (1781)

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Mann, vor dem sich Gott enthüllte,
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Als er dich mit Licht erfüllte,
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Und an Christus statt geschickt;
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Hahn, der mit der Lichtgeberde
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In die Todesnacht der Erde
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Wie ein Stern vom Himmel blickt.

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Hör' aus seines Tempels Hallen
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Jesu Christi Stimme schallen:
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Zeuge meiner Herrlichkeit,
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Komm und lasse dein Kornwesten;
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Sag es auch zu andern Gästen:
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Kommt, denn alles ist bereit!

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Ach, nun drängt sich die Gemeinde
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Hin zum Lehrer, hin zum Freunde,
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Alle Stirnen wölken sich.
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Männer, Weiber, Knaben, Kinder,
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Christo zugeführte Sünder
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Weinen laut und segnen dich.

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Wie die Aeltesten der Christen
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Ihren Paulus weinend küßten
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Und von ihm gen Himmel sah'n,
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Ach mit so benetzten Wangen
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Seh' ich dir am Halse hangen
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Deine Schäfchen, lieber Hahn.

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Hahn, du hast uns nichts verhalten,
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Sprechen Junge mit den Alten,
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Keine Wahrheit, keine Pflicht;
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Warst mit Demuth und mit Zähren
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Uns ein Vorbild deiner Lehren,
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Hattest Licht und strahltest Licht.

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Doch wir danken Gott und schweigen,
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Einsame Gebete steigen
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Auf zum Himmel, der sie hört;
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Nicht die Menschen zu erheben,
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Gott die Ehr' allein zu geben,
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Hat dein Beispiel uns gelehrt.

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Gott, der Herrscher über Welten,
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Woll' es ewig dir vergelten,
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Was du Gutes an uns thatst.
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Jede Fülle, jeden Segen
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Woll' er zwiefach auf dich legen,
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Den du uns von Gott erbatst.

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Droben in des Himmels Höhe,
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Vor dem Throne Christus stehe
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Dein Kornwesten um dich her.
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Jeder fühle neues Leben,
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Jeder, den dir Gott gegeben,
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Stehe am krystallnen Meer.

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Alle rufen: Preis dem Lamme,
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Dein erwürgten Gotteslamme!
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Brüder, Schwestern betet an!
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Jesus Christus der Gerechte
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Lohn' es seinem treuen Knechte,
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Unserm frommen Lehrer Hahn!

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Welch ein Bild vom künft'gen Lohne!
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Sieh, ein Blitz von deiner Krone
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Zeigt sich schon in dieser Welt.
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Ha, zu Myriaden malen
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Wird sie dorten heller strahlen,
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Wenn die Wolkenhülle fällt.

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Laß die Schafe nur zurücke
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Mit entwölktem, heiterm Blicke;
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Denn dein Hartmann weidet sie.
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Dein getreuer Freund ist Hirte,
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Kenner jeder Christenbürde,
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Jeder Treu und Hirtenmüh'.

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Engel, die Befehle bringen,
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Rufen dich nach Echterdingen.
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Auf, gehorche dem Befehl!
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Wenn auch Welten, wie Satane
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Widerständen Gottes Plane –
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Geh', hier ist Immanuel.

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Steure in des Geistes Rüstung
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Der satanischen Verwüstung,
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Die der Kirche Christi droht!
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Daß der Satan nicht verderbe,
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Zeig' ihm bald sein großes Erbe,
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Bald den zweiten Feuertod.

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Schreibe fort mit Christenmuthe,
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Mach' die Feder mit dem Blute
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Des erwürgten Lammes roth.
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Christi Füße, stark wie Messing,
83
Treten mehr als einen Lessing,
84
Treten Teufel selbst in Koth.

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Ring' und kämpf' für deine Brüder –
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Bete, ach, für Christus Glieder –
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Ring' und bete auch für mich!
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Dorten blicke in das Ganze,
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Dorten im enthüllten Glanze,
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Treuer Lehrer, seh' ich dich.

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Bruder, gönne mir den Namen,
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Ach, den süßen Brudernamen!
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Einst im Reiche Jesus soll
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Dich mein Geistleib mit Entzücken
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An das Herz voll Liebe drücken,
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Ganz von Christus Liebe voll.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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