An Schiller

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Christian Friedrich Daniel Schubart: An Schiller (1782)

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Dank dir,
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Die deinem Gesang entquoll!
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Meines Berges Genius, der Riese,
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Ein Schätzer hohen Sangs,
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Lauscht' dir, daß der Kolbe von Stahl
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Entsank seiner wolkigen Rechten!

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Auch ich schlang deinen Gesang,
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Wie der Langdurstende
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Mit wollüstig geschloßnem Auge
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Schlürft aus des Baches Frische.

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Sah nicht des eisernen Gitters Schatten,
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Den die Sonne malt
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Auf meines Kerkers Boden!

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Hörte nicht Fesselgeklirr am wunden Arm.
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Denn du sangst!

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Deiner Lieder Feuerstrom
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Stürzte tönend nieder vor mir;
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Und ich horchte seinem Wogensturze;
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Hoch empor stieg meine Seele
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Mit dem Funkengestäube
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Seiner Flut.

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Da trat vor mich ein Bote des Himmels,
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Lächelte mir sanft und sprach:
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»ein Bote des Himmels bin ich
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Und bringe deinem trauten
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Den du so heiß und brüderlich liebst,
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An dessen Feuerbusen du jüngst lagst,
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Und lange d'ran weintest,
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Ja deinem trauten
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Gottes
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Daß ihn Laura's Zauberblick
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Nicht lockt' in der Wollust Lache;
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Daß er in Laura's flimmendem Auge
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– Gott sah!
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Daß er muthig zürnt
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Dem gekrönten Laster!
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Daß er's köstlicher hält
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Menschen zu
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Als zu
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Daß er hörte des Weltalls Symphonie,
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Beginnend im tausendstimmigen Einklang der Liebe,
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Endend im allstimmigen Einklang der Liebe!
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Daß er von seines Felsen Zacken
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Die Sprache des Sturms der Natur
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Hinunter ins menschenwogende Thal hörte:
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»kreaturen, erkennt ihr Gott?
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Kreaturen, erkennt ihr Gott?
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Daß er's für Thorheit hält,
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Mit hektischem Menschenodem
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Zu hauchen in Gottes
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Lebenden Sturmwind;
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Zu beflügeln den ewigen Kreislauf
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Der beaugten Räder!
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Daß er beim
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Den
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Dies dank' ich deinem
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Und bring' ihm
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Auch bring' ich ihm
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Den Aetherstrahl des Genius zu brauchen
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Für Gott!
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Für den Gesalbten Gottes!
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Für's Vaterland!
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Zu stählen seiner Brüder milchzerfloßnen Muth;
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Zu sprechen jenes Lebens Hoffnung
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Ins Herz des Leidenden!
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Die frömmere Thräne
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Zu wecken in des Jünglings Blick!
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Zu schleudern siebenfach-
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Gezackten Blitz, wenn Laster, Wahn,
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Unglaube, Christuslästerung
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Aus aller Macht die Drachenhäupter heben.
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Er wird es thun!
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Dein
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Gott gab ihm Sonnenblick,
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Und Cherubs Donnerflug,
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Und starken Arm zu schnellen
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Pfeile des Rächers vom tönenden Bogen.«

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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