Er fiel! – So stürzt der Wetterstrahl

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Er fiel! – So stürzt der Wetterstrahl Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Er fiel! – So stürzt der Wetterstrahl
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Des Berges Tanne nieder!
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Ach,
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Denn solchen Vater, solchen Freund,
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Wo finden wir ihn wieder?

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Gott! welch ein Anblick war's, als wir
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Um seine Leiche standen!
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Und ach! den schrecklichen Verlust,
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Den Dolch gedreht in unsre Brust,
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Mit vollem Schmerz empfanden!

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Der graue Krieger zitterte,
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Stand stumm und weinte lange!
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Dem jüngern Krieger brannt' das Herz;
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In heißen Tropfen quoll sein Schmerz
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Von sonnenbrauner Wange.

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Ein Todtenacker scheint der Berg,
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Beglänzt vom Mondenlichte.
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Soldaten stehen weggewandt,
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Und trocknen sich mit rauher Hand
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Die Thränen vom Gesichte.

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Ha, Kamerad! möcht' heulen laut,
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So sprechen harte Krieger;
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Denn unser General ist todt,
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Der liebreich uns die Rechte bot,
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Ach! unser Vater

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Gott weiß, er war Soldatenfreund,
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Half Leidenden und Armen;
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Zwar hagelscharf dem Bösewicht,
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Doch Braven mild, wie Maienlicht,
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Voll Mitleid und Erbarmen.

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Einsamer Asperg! traure nur,
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Dein Vater ist geschieden!
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Der deine Scheitel so geziert,
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Der so mit Weisheit dich regiert,
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Dein Vater ist geschieden!

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Ha, Träger! nehmt die Leiche nur
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Verstummend auf den Rücken;
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Wir schreiten schweigend hinterher
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Mit grabgesunkenem Gewehr
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Und thränenschweren Blicken.

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O, lauter als Kanonenschuß
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Und Krachen kleiner Wehre,
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Schickt, Vater! dein Batallion
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Den Dank vom Grab zu Gottes Thron,
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Getaucht in manche Zähre.

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Ja, tausend Dank! Ach tausend Dank,
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O Vater für uns alle!
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Ja wohl, ein Vater warst uns du!
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Zieh' ein, zieh' ein zur ew'gen Ruh'
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In deine Todtenhalle.

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Gott selbst im Himmel lohn' es dir,
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Was du uns hier erwiesen!
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Mit Himmelsruh' und Herrlichkeit,
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Mit ew'gem Frieden nach dem Streit –
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O, tausend Thränen fließen!

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Geist
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Aus deiner Wolkenhülle,
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Und hör' des Weinens Stimme, hör'
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Der Deinen Sehnsucht, tief und schwer!
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Den Dank aus Herzensfülle!

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Ach, droben, Vater! stehst du schon
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Am Thor vor Gottes Garten,
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Und betest mit gefaltner Hand
64
Für uns in diesem Gräberland,
65
Und wirst uns all' erwarten.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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