An General von Bouwinghausen

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Christian Friedrich Daniel Schubart: An General von Bouwinghausen (1782)

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Freudeweinend zu dem Dankaltar;
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Auf mein Antlitz laß mich mit dir fallen,
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Heut' am Fest, das dich gebar.

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Nichts zu deinem Lobe will ich sagen,
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Weil dein Blick voll Demuth mir's verbeut;
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Wird durch Menschenlob entweiht.

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Aber danken, laß uns freudig danken,
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Daß der Freudentropfe niederstürzt,
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Noch hat Gott in deines Lebens Schranken
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Dir die Laufbahn nicht verkürzt.

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Danken wollen wir der Vatergüte,
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Die dich aus dem Mutterleibe riß;
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Und dich selbst in Mahomets Gebiete
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Einst auf Jesum taufen ließ.

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Hat dich Gott in deinen Blütentagen,
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Väterlich geleitet und getragen
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In dein Biedervaterland?

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Hoch herunter stürztest du als Knabe
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Von der Zinne: doch ein Engel kam,
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Der dich schützte vor dem nahen Grabe,
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Und in seine Flügel nahm.

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Hat die Vorsicht nicht am Gängelbande
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Mehr als deine Mutter dich geführt?
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Dich erzogen deinem Vaterlande?
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Und mit Mannkraft dich geziert?

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Zeigte dir der Retter aus Gefahren
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Nicht auf deines Lebens Ehrenbahn,
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Daß man auch im Kleide des Husaren
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Christus' Liebe fühlen kann?

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Wer hat dich in seinen Schutz genommen?
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Als du einst den Säbel muthig schwangst,
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Durch die Elbe zweimal hingeschwommen,
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Und mit Friedrichs Helden rangst.

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That's nicht Gott, dem Feind an dir zu weisen,
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Daß der Christ, voll wahrer Tapferkeit,
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Nicht den furchtbarn Säbelblitz der Preußen,
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Nicht den Donner Friedrichs scheut?

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Ohne, wie ein Neger, dich zu bücken,
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Warst du doch des Fürsten treuster Mann;
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Nicht durch Sklavenbeugsamkeit im Rücken,
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Durch dein Herz ihm unterthan.

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Sprich: wer half das Leben dir ertragen?
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Wer erleichtert dir den Schmerz der Gicht?
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Wenn sie oft, wie Vipernzähne nagen,
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Dich in deine Sohlen sticht?

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Steht nicht mitten im Gefühl der Schmerzen,
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Ach, der Blutende auf Golgatha,
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Steht er nicht vor deinem bangen Herzen
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Mit der Duldermiene da?

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Christus' Beispiel giebt dir dann die Regel:
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Leiden ist des Christen erste Pflicht!
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O, dann achtest du den Stich der Nägel
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Und der Dornenkrone nicht.

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Hinterm Leiden schimmert Herrlichkeit!
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Ist nur Christus' Gnade dein Begleiter,
56
O, so überwindst du weit.

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Ha, wie wirst du einst vor Wonne beben!
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Wenn du dort den Preisgesang erneu'rst;
59
Den Geburtstag in dein zweites Leben
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Dicht am Throne Gottes fei'rst.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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