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Christian Friedrich Daniel Schubart: Dir Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Dir,
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Des Erdengottes Friederich entfloß,
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Dem Gott ins Herz mit seines Vaters Muthe
4
Der Mutter Zärtlichkeit aus goldner Schale goß;

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Dir, Nachbild deines Ahnherrn Alexanders,
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Der hoch im Kreis der Teckerfürsten steht,
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Um die, wie um die Helden des Skamanders,
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Des ew'gen Nachruhms Flügel weht;

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Dir donnert – wie aus feurigem Metalle
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Des Alexanderberges Genius
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Herab vom wolkenblauen Walle
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Ins Heldenohr den kriegerischen Gruß.

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Er sah's, wie Joseph dir, dich seinem Dienst zu weihen,
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Ein Wodanschwert um deine Hüften schnallt,
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Und wie dein Federbusch in dichtgedrängten Reihen
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Der Helden Oestreichs furchtbardrohend wallt.

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Er sah es, wie aus goldgesäumter Wolke
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Vom Sitze der Unsterblichkeit,
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Dein Ahnherr niedersah und dich vor Deutschlands Volke
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Zum Helden eingeweiht.

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»auch ich,« sprach Alexander, »hab' getragen
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Dies Schwert, das dir nun Joseph giebt,
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Hab' mit den Feinden Oestreichs mich geschlagen
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Und Josephs Väter treu geliebt;

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Ich ging als edler deutscher Ritter
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Oft hoch im Donnerfeld der Schlacht,
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Daß von zertretnen Schädeln mir die Splitter
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Die Sohlen wund gemacht.

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So streit' auch du, befeu'rt von meinem Bilde,
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O du mein Enkel Ferdinand!
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Gott decke dich mit seinem Flammenschilde!«
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So sprach dein Ahnherr und verschwand.

33
Dein Ahnherr! Ach der Fürsten Beste,
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Der unsres Berges Schutzgeist war.
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Noch steht für ihn im Tempel meiner Veste
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Ein ewig rauchender Altar.

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Mit einem Felsengurt umthürmte
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Er unsern Berg und wandelte auf ihm;
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Wenn Wettersturm auf Aspergs Rippen stürmte,
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So trotzt' er kühn des Wetters Ungestüm.

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Sein Geist ist nun dem Himmel zugeflogen,
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Ihn reizt nicht Erdengröße mehr;
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Doch hat er Enkel nachgezogen,
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So deutsch und groß wie er.

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Du Ferdinand, dem schon aus weichen Haaren
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Der Lorbeer keimt, der du dein Stammhaus zierst;
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Wie glücklich sind die Kriegesschaaren,
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Die du dereinst ins Feld der Ehre führst;

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Nimm deinen großen Ahnherrn zum Exempel,
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Sei Held! sei Menschenfreund! sei Christ!
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Bis du einst spät im Heldentempel
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Bei Ihm, und andern Helden bist!

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Ich aber seh' von meines Aspergs Höhen
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Dem Fluge deiner Thaten zu!
55
Seh'
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Und seh's im Geist: der Tecker Stolz wirst du!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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