Der Greis

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Christian Friedrich Daniel Schubart: Der Greis (1782)

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Die bösen Tage sind kommen;
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Da sind sie nun, die Jahre,
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Von denen ich sagen muß:
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Leer sind sie von Freuden!
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Sonne, Licht, Mond und Sterne
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Dunkeln um mich; ich sehe nur Wolken,
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Und höre nur rasselnden Regen.
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Die Hüter meiner Leibeshütte,
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Es krümmen sich die Starken,
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Haben Feierabend gemacht.
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Aus den Fenstern der
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Freundlich lächelnde Geister.
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Verschlossen sind die Thüren nach der Straße;
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Denn vergebens horcht das Ohr nach Vogellaut;
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Verstummt sind ihm die Töchter des Gesangs.
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Schwindelnd fürcht' ich mich auf dem Hügel,
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Und schrecke beim Tritt auf ebenem Wege.
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Gleich dem Mandelbaume blüht mein Scheitelhaar.
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An meinem Stabe zusammengekrümmt,
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Bin ich der Heuschrecke gleich.
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Vertrocknet ist in mir die Lust.
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Bald werd' ich beziehen mein ewiges Haus,
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Und die Kläger werden beflort gehen auf den Gassen.
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Doch einst wird des Lebens Silberstrick wieder geflochten,
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Neugeschaffen mein
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Dann rasselt wieder am Rade des Brunnens der Eimer,
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Und schöpft aus dem Quelle lebendes Wasser.
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Geselle dich immer zur Erde, mein Staub;
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Bist ja mit ihm verwandt.
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Du aber, mein Geist,
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Fleugst auf zu Gott, der dich gegeben hat.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Christian Friedrich Daniel Schubart
(17391791)

* 24.03.1739 in Obersontheim, † 10.10.1791 in Stuttgart

männlich, geb. Schubart

deutscher Dichter, Musiker, Komponist und Journalist

(Aus: Wikidata.org)

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