An Giseke

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Friedrich Gottlieb Klopstock: An Giseke (1771)

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Geh! ich reisse mich los, obgleich die männliche
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Nicht die Thräne verbeut,
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Geh! ich weine nicht, Freund. Ich müßte mein Le-
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Weint’ ich dir, Giseke, nach!
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Denn so werden sie alle dahingehn, jeder den andern
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Traurend verlassen, und fliehn.
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Also trennet der Tod gewählte Gatten! der Mann
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Seufzend im Ocean um,
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Sie am Gestad, wo von Todtengeripp, und Schei-
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Stürme das Grab ihr erhöhn.
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So liegt Miltons Gebein von Homers Gebeine ge-
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Und der Cypresse verweht
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Ihre Klag’ am Grabe des Einen, und kommt nicht
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Nach des Anderen Gruft.
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So schrieb unser aller Verhängniß auf eherne Ta-
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Der im Himmel, und schwieg.
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Was der Hocherhabene schrieb, verehr’ ich im Staube,
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Weine gen Himmel nicht auf.
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Geh, mein Theurer! Es letzen vielleicht sich unsere
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Auch ohne Thränen mit dir;
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Wenn nicht Thränen die Seele vergießt, unweinbar
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Sanften edlen Gefühls.
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Eile zu Hagedorn hin, und hast du genung ihn um
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Ist euch die erste Begier,
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Euch zu sehen, gestillt, sind alle Thränen der Freu
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Weggelächelt entflohn,
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Giseke, sag’ ihm alsdann, nach drey genossenen T
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Daß ich ihn liebe, wie du!

([Klopstock, Friedrich Gottlieb]: Oden. Hamburg, 1771.Aus: Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Textgrid, CC BY-SA 3.0.)

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Friedrich Gottlieb Klopstock
(17241803)

* 02.07.1724 in Quedlinburg, † 14.03.1803 in Hamburg

männlich, geb. Klopstock

deutscher Autor und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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