Die Eüle saß in einer hohlen Kluft

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Carl Friedrich Drollinger: Die Eüle saß in einer hohlen Kluft Titel entspricht 1. Vers(1715)

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Die Eüle saß in einer hohlen Kluft,
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In welcher sie mit klugem Auge wachte,
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Und hörte da wie in der freyen Luft
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Auf einem Baum die Elster sie verlachte.
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Du Nachtgespenst, so sprach die Plaudrerinn,
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Du Schattenfroh, der keine Sonne kennet!
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Wie daß der Mensch dich voller Eigensinn
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Der Weysheit Bild, Minervens Vogel nennet?
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O tummer Wahn! der die für weyse hält,
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Die für und für im dunkeln Schatten sitzen.
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Du Döhrichte! was nützest du der Welt?
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Was mag sie dir in deinem Kerker nützen?
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Nein! meinen Leib belebt ein andrer Sinn.
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Ich freüe mich der holden Sonnenblicke;
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Und, weil ich noch bey guten Tagen bin,
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So leid ich nicht, daß mich ein Grab ersticke.
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So machte sich die Plaudertasche groß.
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Doch, als ihr Lied zu lange sich verweilet,
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So hatte sie mit einem grimmen Stoß
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Der Vögel Prinz, der Adler, schnell ereilet.
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Er riß sie weg. Die Eüle rufft ihr zu:
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Erkennst du nun, wer besser oder schlimmer
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Von uns getahn? Denn, wahrlich hättest du,
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Wie ich, gelebt, so lebtest du noch immer.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Carl Friedrich Drollinger
(16881742)

* 26.12.1688 in Durlach, † 01.06.1742 in Basel

männlich, geb. Drollinger

Archivar, Lyriker und Übersetzer

(Aus: Wikidata.org)

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