Der Erste Eingang

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Andreas Gryphius: Der Erste Eingang (1650)

1
1. Die stille lust der angenehmen Nacht
2
Der ruhe zeit/ die alles schwartz anstreicht.
3
Krönt nun jhr Haupt mit schimmerend-lichter pracht
4
Der bleiche Mond/ der Sonnenbild entweicht.

5
2. Die Erd erstarr’t. der faule Morpheus lert
6
Sein feuchtes Horn auff tausend glieder aus
7
Vnd deckt mit schlaff/ was schmertz vnd tag beschwert/
8
Der träume schar schleicht eyn in Hütt vnd Hauß.

9
3. Die kleine welt/ das grosse Bizantz liegt
10
In stoltzer Ruh. in dem sein Keyser wacht.
11
Der grosse Printz/ der für vns kriegt vnd siegt
12
Vnd gantz zubricht der harten Persen macht.

13
4. Er wacht für vnß! daß Pontus stiller fleußt
14
Daß Nilus dient/ daß Ister dich verehrt/

15
Vnd daß der
16
Entsteht/ weil jhn nicht einer schnarchen hört.

17
5. Er wacht für vnß/ vnd der wacht über jhn
18
Der Fürsten stüel auf steiffen Demand setz't
19
Der Fürsten täg’ heißt auß metallen zihn.
20
Vnd jhre feind mit schnellem blitz verletz’t.

21
6. Gott helt ob den/ die er selbst Götter nenn’t/
22
Ob schon der
23
Vnd sich vor wahn vnd rasen nicht mehr kenn’t/
24
Vnd Berg auf Berg/ vnd felß auff klippen stützt.

25
7. Ob Atlas gleich schon auff dem H
26
Vnd Athos reicht an das bestern’te schloß.
27
Ob man die thür auch in den Himmel fünd/
28
Wenn Rhetus noch so starck vnd noch so groß:

29
8. So bleibt es doch/ so bleibts vmbsonst gewagt
30
Was sie gewündscht! auf einen schlag verschwind
31
Das lange werck. wer Gott in streit außtag’t/
32
Wird asch/ vnd stanb/ vnd dunst/ vnd rauch/ vnd

(Gryphius, Andreas: Teutsche Reim-Gedichte. Frankfurt (Main), 1650.Aus: Haider, Thomas: Deutsches Lyrik Korpus (DLK) v5.0, 2022. Ursprünglich aus Wikisource (Wikimedia Foundation Inc.) übernommen und durch das Deutsche Textarchiv (DTA) aufbereitet und angereichert; als DLK-Ausgabe bearbeitet und kuratiert. Lizenz: Verbreitet unter der Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International Lizenz (CC BY-SA 4.0). Änderungen: Textkorrekturen, Anreicherung mit Metadaten und Textannotationen sowie Konvertierung durch Textopus.)

Dieser Text könnte aus folgender Literaturepoche stammen:

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Textopus in den Digitalen Unterrichtsassistenten Deutsch kompetent und Deutsch kombi plus

Andreas Gryphius
(16161664)

* 02.10.1616 in Głogów, † 16.07.1664 in Głogów

männlich, geb. Gryphius

natürliche Todesursache | Schlaganfall

Dichter des Barock

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.