3. Gedanken bey dem Grabe eines Mathematikverständigen

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Abraham Gotthelf Kästner: 3. Gedanken bey dem Grabe eines Mathematikverständigen (1751)

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Geist, der des Mondes Last, der Sonne Zug gewogen,
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Der nie betrogen ward, und uns nie hat betrogen,
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Sich in den tiefsten Schacht vom fernsten Stern gesenkt,
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Sag' an, was ist der Lohn, den so viel Arbeit schenkt?

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Ein kleines Häufchen Sand deckt die verwesten Glieder,
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Vergebens sucht man es nach zwanzig Jahren wieder;
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Da, wo ein Reicher fault, Porphyr die Enkel lehrt,
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Ein Körper modre hier, der einst die Welt beschwert.

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Und stirbt stets als ein Kind, das kaum noch lernte lallen.
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Auch
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Macht nur bey Sterblichen ihn zum gelehrten Greis.

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Doch wisse, daß der Mensch, der für die Wahrheit brennet,
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Dem Tode weiter nichts, als einen Leichnam gönnet,
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Und den befreyten Geist mit einer Wollust nährt,
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Die nie der grobe Sinn des Erdenwurms erfährt.

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Denn Seelen, die bey euch, mit niedrigem Bestreben,
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Nichts wichtigers gesucht, als ihres Leichnams Leben,
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Sehn in der Geisterwelt, voll müßigen Verdruß,
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Sich fern von ihrem Glück, das dort verwesen muß.

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Du aber, wünschest du einst unsre Zahl zu mehren,
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So nimm die letzte noch von deines Lehrers Lehren:
22
Bereite, weil du kannst, den forschenden Verstand
23
Für Wahrheit höh'rer Art, als

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Abraham Gotthelf Kästner
(17191800)

* 27.10.1719 in Leipzig, † 20.06.1800 in Göttingen

männlich, geb. Kästner

deutscher Mathematiker und Epigrammdichter

(Aus: Wikidata.org)

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