142. Grabschrift einiger Steine

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Abraham Gotthelf Kästner: 142. Grabschrift einiger Steine (1759)

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O Fremder, wie du auch den Weg hieher genommen,
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Du magst aus klein Paris
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So hast du, wenn du nicht gar fallend schon geflucht,
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Gewiß doch falschen Grund durch diesen Schlamm gesucht,
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Und wünschest, daß doch hier in dem verdammten Wege
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Zum Trost des Wanderers vom Hainberg Marmor
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Wiß, diesen ganzen Raum, soweit dein Blick sich streckt,
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Wir Steine haben den vor kurzem noch bedeckt.
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Dem Feuer trotzten wir in ungeheuern Massen,
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O Menschen, wie verführt euch Rach' und Eifer nicht!
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Weil uns
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Uns, die wir uns darauf den Weg zu bessern freuten,
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Uns würdigt euer Zorn nicht einmal zu beschreiten,
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Höhlt mühsam Erdreich aus, darein ihr uns versenkt,
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Daß Niemand mehr an uns, wir arme Steine! denkt.
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Verdorrend, weil auf uns sich seine Wurzeln strecken,
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Wird euren Enkeln uns vielleicht ein Baum entdecken.
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Das Schicksal, das uns traf, o Fremder, weißt du nun,
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Laß den besprützten Fuß bey unserm Grabe ruhn,
20
Und gab dir die Natur ein fühlend Aug' zum Weinen,
21
Gönn' eine Zähre nur

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Abraham Gotthelf Kästner
(17191800)

* 27.10.1719 in Leipzig, † 20.06.1800 in Göttingen

männlich, geb. Kästner

deutscher Mathematiker und Epigrammdichter

(Aus: Wikidata.org)

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