1
Erde, du Mutter zahlloser Kinder, Mutter und Amme!
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Sei mir gegrüßt! sei mir gesegnet im Feiergesange!
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Sieh, o Mutter, hier lieg' ich an deinen schwellenden Brüsten,
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Lieg', o Grüngelockte, von deinem wallenden Haupthaar
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Sanft umsäuselt, und sanft gekühlt von tauenden Lüften!
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Ach, du säuselst Wonne mir zu, und tauest mir Wehmut
7
In das Herz, daß Wehmut und Wonn', aus schmelzender Seele,
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Sich in Thränen und Dank und heiligen Liedern ergießen!
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Erde, du Mutter zahlloser Kinder, Mutter und Amme!
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Schwester der allerfreuenden Sonne, des freundlichen Mondes,
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Und der strahlenden Stern', und der flammenbeschweiften Kometen,
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Eine der jüngsten Töchter der allgebärenden Schöpfung,
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Immer blühendes Weib des segenträufelnden Himmels,
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Sprich, o Erde! wie war dir, als du am ersten der Tage
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Deinen heiligen Schoß dem buhlenden Himmel enthülltest?
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Dein Erröten war die erste der Morgenröten,
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Als er, in blendenden Bette von weichen schwellenden Wolken,
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Deine gürtende Binde mit siegender Stärke dir löste!
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Schauer durchbebten die stille Natur, und tausendmal tausend
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Leben keimten empor aus der mächtigen Liebesumarmung.
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Freudig begrüßten die Fluten des Meeres neuer Bewohner
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Mannigfaltige Scharen; es staunte der werdende Walfisch
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Über die steigenden Ströme, die seiner Nasen entbrausten;
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Junges Leben durchbrüllte die Auen, die Wälder, die Berge,
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Irrte blökend im Thal, und sang in blühenden Stauden,
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Wiegte sich spiegelnd am Quell auf wankenden Blümchen, und girrte
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Auf den Gipfeln der Ulme, die liebende Reben umschlangen;
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Denn der edle Wieh'rer nicht nur, und der mächtige Löwe,
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Nicht nur die Vögel des Hains, und summende, goldene Fliegen,
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Tranken aus der Quelle des Lebens, Libanons Zedern
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Tranken auch, es tranken die Haine, die Blumen und Gräschen,
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Jedes nach seinem Maße, vom lebentrunkneren Menschen
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Bis zum Gräschen im Thal und bebenden Sprößling des Berges.
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Alle sterben, und werden geführt von Stufe zu Stufe,
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Durch unendliche Reihen bestimmter Äonen, sie schleichen
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Oder sie fliegen, von Kraft zu Kraft, von Schöne zu Schöne!
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Erde, dich liebt die Sonne, dich lieben die heiligen Sterne,
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Dich der himmelwandelnde Mond! Sobald du vom Schlummer
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Dich erhebst, und Tau aus duftenden Locken die träufelt,
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Sendet die Sonne dir Purpur und Gold und glänzenden Safran,
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Daß du bräutlich geschmückt erscheinst im Morgengewande.
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O, wie schimmerst du dann im rosigen Schleier! mit tausend
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Jungen Blumen umkränzt, von silbernen Tropfen umträufelt,
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Und mit glänzender Binde des blauen Meeres umgürtet!
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Aber wenn dein Haupt zum süßen Schlummer sich neiget,
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Und in schattender Halle die Nacht die Glieder dir kühlet,
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Siehe, dann lächelt der Mond, von seinem einsamen Pfade,
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Sanfte Freuden dir zu, gesäugt am Busen der Stille,
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Und dann singen die Sterne dir zu. In heiliger Stunde
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Hört' ich gestern ihr Lied, im Wehen wölbender Buchen.
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Einigen deiner Kinder, o Mutter! will ich erzählen,
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Was im goldnen Reihentanze die Sterne dir sangen.
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Also sangen sie; lauscht ihr Lieblingskinder der Mutter!
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»schlummre sanft, o Schwester, im kühlen duftenden Bette!
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Schlummre, Geliebte, sanft, auf daß du rosig erwachest!
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Wilde Stürme müssen dir nicht die Locken zerwehen,
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Müssen deine Ströme nicht über die Ufer empören,
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Nicht den Wiegengesang des rauschenden Meeres verstimmen!
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Hekla müsse dich nicht, dich müsse der Ätna nicht wecken,
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Ruhen müsse der Blitz in schwarzen Gürteln der Alpen,
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Keine Wolke verbergen vor uns dein liebliches Antlitz,
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Müsse dir keine den Blick des freundlichen Mondes umschleiern!
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Leichtes Fußes müssen vorbei die Stunden dir tanzen,
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Bis mit rosigem Finger die Morgenröte dich wecket!
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Deine Kinder müssen dich nicht im Schlummer bekümmern,
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Denn sie schlummern mit dir; die wenigen, welche der Kummer
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Von der Ruhe Lager verscheuchte, tröstet mit milden
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Blicken der sanfte Mond, der mit den Weinenden weinet,
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Sich mit Freuenden freut, und liebend Liebenden lächelt!
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Deine Kinder, welche das Meer auf Schiffen umtanzen,
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Wollen wir während der Nacht am strahlenden Gängelband leiten,
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Daß die Gleitenden nicht ein kreisender Strudel erhasche!
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Daß kein tückischer Fels die eilenden Kiele verletze!
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Schlummre sanft, o Schwester, im kühlen duftenden Bette,
75
Schlummre, Geliebte, sanft, auf daß du rosig erwachest!«
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Erde, wie bist du schön, mit Gottes Strömen gewässert!
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Wer vermag sie zu singen? die Zwillingshelden, den Ganges
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Und den Indus? Wer die rauschenden Wasser des Euphrats?
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Wer den segnenden Nil, der aus ungesehener Urne
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Seine schwellenden Fluten durch sieben Mündungen ausströmt?
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Wer die herrschende Tiber? den heldenberühmten Eurotas,
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Welcher früh die nervige Jugend Lakoniens stählte?
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Ach, wer bringt mich hinüber, auf Adlersflügeln, zu deinen
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Rollenden Meeren, du mächtigster Orellana! du Riese
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Unter den Flüssen! Dir staunen die heiligen Fluten des Weltmeers,
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Wenn du, stark wie ein Gott, in den Ocean dich ergießest!
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Aber vor allen seid mir gegrüßt im feiernden Liede,
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Vaterländische Ströme! du edle Donau! dem Morgen
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Strömst du errötend entgegen, und grüßest die kommende Sonne
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Wenn sie ihr flammendes Haupt aus purpurnen Wogen erhebet.
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Wankende Saaten umrauschen dich jährlich, und freudiges Landvolk
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Tanzet, mit blauen Blumen umwunden, an deinem Gestade,
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Wenn der Abend auf dir mit falben Fittichen ruhet,
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Und die glänzenden Sicheln dem winkenden Abendstern weichen!
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Dir gebührt ein eigner Gesang, o Rheinstrom! vor allen
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Flüssen Deutschlands bist du mir wert! Dich sah ich als Knaben,
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Wo, mit umwölkter Hand, die Natur, am gängelnden Bande,
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Über Nebel, und stürmenden Winden und zuckenden Blitzen,
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Deinen wankenden Tritt auf zackiger Felsenbahn leitet!
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Mutiger rauschet der Jüngling einher, und seiner Umarmung
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Stürzet die brünstige Reuß mit schäumenden Wogen entgegen;
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Züchtig folgt ihm die Aar in langsam schlängelnder Krümmung.
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O wie stürzt er donnernd herab beim hallenden Laufen!
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Unter ihm beben die Felsen; die grünlichen Wogen verhüllen
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Sich in glänzenden Schaum; der staunende Waller vernimmt nicht
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Seiner eignen Bewundrung Geschrei, und heilige Schauer
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Fassen ihn, wie sie die Felsen und zitternden Tannen ergreifen.
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Ernst, mit männlicher Kraft, teilst du die Kostnitzer Fluten,
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Eilest Städten vorbei, und trägst auf mächtigem Rücken
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Schwimmenden Reichtum, schützest die Grenzen des heiligen Reiches,
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Und beschenkst die Ufer mit hangenden goldenen Trauben!
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O wie glänzet die Freud' in Hochheims Bechern! sie wandelt
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Sich zum Lied' im Munde des Dichters! Bringet mir, Freunde,
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Schnell des goldenen Weins, auf daß ich würdig euch singe,
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Wie die Nymphe des Mains den göttlichen Buhlen umarmet!
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Siehe, sie fleußt ihm entgegen in sanfter Wallung, und bringt ihm
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Edle Geschenke, den Reichtum der fruchtbaren fränkischen Fluren,
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Bringt ihm silberne Tropfen des allbezähmenden Steinweins,
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Den an Würzburgs Felsen die heißere Sonne gereift hat.
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Solche Gaben bringt ihm die Nymphe mit bebender Liebe;
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Aber er faßt sie mit mächtigem Arm, und führt sie hinunter
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Durch krystallene Hallen in seine stille Behausung;
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Glänzender rollen die feiernden Wogen; die schönen Gestade
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Hallen weit umher vom Brautgesange der Fluten!
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Erde, wie bist du schön, mit wechselnden Bergen und Thälern,
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Mit sanftrieselnden Quellen geschmückt und ruhenden Seeen,
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Mit getürmten Gebirgen, wo überhangenden Felsen
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Hohe Tannen entwachsen und Ströme reißend entstürzen,
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Mit geweihten Einsiedleien, wo, unter dem Schatten
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Freundlicher Buchen und dichtrischer Eichen, die hohe Begeistrung
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Schwebet und weht im Säuseln und Brausen des heiligen Haines,
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Oder im Wogengeräusch des geisterhebenden Weltmeers!
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Sanfte Ruhe wandelt in deinen friedsamen Thalen;
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Steile Gebirge sind reicher an kühnen Thaten und Freiheit.
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Sie, des Weisen Wunsch, der Spott des klügelnden Sklaven,
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Wählte die schneeigen Alpen, um Mut und Einfalt zu segnen.
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Heiliges Land, dich grüß' ich aus überwallender Fülle
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Meines schwellenden Herzens! Wie ward mir auf deinen Gebirgen,
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Wie in deinen Thälern so wohl! Ach werd' ich dich nimmer
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Wiedersehn? Nicht mehr in deinen Seen mich baden?
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Noch im schmelzenden Schnee, an der Wiege mächtiger Flüsse?
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Gotthard, seh ich nimmer dich wieder? Dein felsiger Rücken
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Trieft von hundert Strömen, die deinem Scheitel entstürzen;
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Auf dir hauset Entsetzen und Graun in Wolken gehüllet;
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Deine Pfade besucht der bleiche starrende Schwindel!
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Sanfter bist du, Natur, in Seelands blühenden Fluren;
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Goldene Saaten krönen das Haupt des lächelnden Eilands.
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Seeland, ich liebe dich auch! in deiner Wälder Umschattung
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Wohnet freundliche Ruh, sie wohnt in grünenden Auen,
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Und in spiegelnden Seen von hangenden Buchen umkränzet.
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Dich umfleußt das heilige Meer, und waldige Hügel
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Drängen kühn sich hervor von schäumenden Wogen umrauschet
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Zahllos sind, o Erd', und edel deine Geschenke!
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Deinen Kindern geben sie Kraft und Nahrung und Freude!
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Lächelnd blüht die Verheißung des jungen Jahres am Zweige,
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Und der sinkende Ast erfüllt sie mit schwellenden Früchten.
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Siehe, bald lockt mich am Gipfel des Baums die glänzende Kirsche,
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Und bald ladet mich ein die labsalduftende Erdbeer.
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O, wie schmückt der Sommer dein Haupt mit farbigen Blumen,
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Deren Balsam die Luft mir mit leisen Fittichen zuweht!
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Gleich der Erdbeer, verbirgt sich bescheiden das Veilchen; ein sanftes
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Mädchen suchet es auf, und wiegt es am wallenden Busen.
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O, wer nennet sie alle, die duftenden, farbigen Freuden,
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Die dem gewässerten Thal' und umwölkten Bergen entblühen?
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Sprich, Natur, wo tauchtest du ein den schaffenden Pinsel,
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Als du den Teppich der Alpen mit Enzianen bemaltest,
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Deren glänzendes Haupt mit dem Blau des Himmels sich kleidet?
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Wen entzückt nicht die Lilie? o, wie selig verweil' ich
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Unter den lieblichen Scharen der tausendfaltigen Nelken!
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Siehe, dort koset mit mir das duftende hangende Geißblatt,
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Und es winket mir hier die kaum geöffnete Rose!
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Rose, wer dich nicht liebt, dem ward im Leibe der Mutter
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Schon sein Urteil gesprochen, der sanftesten Freuden zu mangeln!
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Ihn wird Philomelens Gesang zur Quelle nicht locken,
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Ihn kein liebender Blick des süßen Mädchens entzücken!
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Rose, dein Leben ist kurz! Ach, klagt im weinenden Liede,
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Mädchen, klaget den Tod der schnellverblühenden Rose!
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Sieh, ich hoff' es zu dem, aus dessen segnendem Fußtritt
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Sonnen strahlen und Rosen blühn: erlöschenden Sonnen
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Und hinwelkenden Rosen verleiht er ewige Jugend,
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Wenn dereinst die Ströme des Lebens dem himmlischen Urborn
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Werden entfließen, in Flüss' und Bäch' und Quellen verteilet,
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Und die ganze Schöpfung, verklärt, ein Himmel, ihm lächelt!
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Erde, harre ruhig der Stunde des besseren Lebens,
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Samml' indessen in deinem Schoße die harrenden Kinder!
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Siehe, noch werden dich oft die wechselnden Stunden umtanzen,
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Dich mit blendendem Schnee und blühendem Grase noch kleiden!
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Nimmer wirst du veralten! im lächelnden Reize der Jugend
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Werden plötzlich erbleichen die Sonnen, die Monde, die Erden,
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Wenn die Sichel der Zeit in der Rechte des Ewigen schimmern
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Und hinsinken wird, in einem rauschenden Schwunge,
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Diese Garbe der Schöpfungen Gottes, die Wölbung des Himmels,
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Den wir sehn, mit tausendmal tausend leuchtenden Sternen!