Wie freudig die Lerche

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Friedrich Leopold Graf zu Stolberg: Wie freudig die Lerche Titel entspricht 1. Vers(1776)

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Wie freudig die Lerche
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Schwebet entgegen
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Dem rötlichen Morgen;
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So schwebet in melodischem Fluge des Gesangs
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Lieblichste Tochter der Natur,
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Schönheit, meine dürstende Seele dir nach.

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Deine heimische Laube
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Blühet unter den Sternen nicht:
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Aber auf Strahlen des Himmels
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Schwebest oft zu Sterblichen du hinab,
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Lächeltest mir oft
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Von purpurnen Wangen des Morgens,
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Oft vom Schimmer des Mondes,
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Und vom Spiegel des Sees, den der Hain umkränzt,
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Sanfte Ruh in die Seele,
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Ahndungen und Himmelsgefühl.

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Ach! auf Wangen des Mädchens
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Sah ich dich himmlischer noch!
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In sanftrollender Unschuld
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Ihrer schmelzenden Augen
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Sah ich dich himmlischer noch!
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Hörte dich in den bebenden Melodieen
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Ihrer schwebenden Stimme!
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Hörte dich! sah dich, fühlte dich!
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Und in Flammen der Liebe...

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Wehe mir! wehe!
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Was bebt meine Seele
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Plötzlich in die Ebbe des Gesangs zurück!
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Selinde! Selinde!
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Versiegt bei deinem Namen mein Gesang?
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Stolberg, sei ein Mann!
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Ströme wieder, Gesang!
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Ström', ich beschwöre dich bei deiner Kraft!
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Denn die heimische Laube
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Der seligen Göttin
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Blühet unter den Sternen nicht!

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Himmlische Urschönheit!
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Oder wie nennen die Unsterblichen dich,
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Welche besser dich kennen, als Homer,
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Plato, Klopstock und Ossian?
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Bist du der olympischen Tugend
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Schwester? oder sie selbst?

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Selige Bewohner des Lichts,
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Welche sich sonnen in deinem Strahl,
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Und mit schwellendem Segel
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Schiffen auf der Wahrheit unendlichem Oceanus!
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Weise der Erde
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Stehn am sandichten Ufer,
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Und freun sich, wie Kinder,
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Wenn die kleine Kenntnis
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Zappelt an der Angel schwankendem Rohr,
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Lächeln wie Kinder
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Über den weißen Schaum
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Und die bunte Blase,
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Ehe sie am Gestade zerplatzt!

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Lieber wall' ich am Ufer,
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Ruhig und gedankenvoll!
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So hört doch mein Ohr
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Der ernsten Wogen rauschenden Fall!
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Es spähet mein Blick
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Die Argo, die einst
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Zum reineren Golde mich führt!

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Schweig indessen, Gesang!
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Bis du einst der Göttin,
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Wie die Donau der Sonne,
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Von ihrem Glanze golden und rot,
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Freudig und donnernd entgegenströmst!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Friedrich Leopold zu Stolberg-Stolberg
(17501819)

* 07.11.1750 in Bad Bramstedt, † 05.12.1819 in Gut Sondermühlen

männlich, geb. Stolberg

deutscher Politiker und Dichter

(Aus: Wikidata.org)

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