Ich möchte doch wohl von dir wissen

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariä: Ich möchte doch wohl von dir wissen Titel entspricht 1. Vers(1751)

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Ich möchte doch wohl von dir wissen,
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(hub einst, gedrungen vom Gewissen,
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Der Fuchs zu einem Habicht an)
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Was dir das Taubenvolk gethan,
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Daß du so oft auf sie ergrimmst,
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Und sie zu deinem Raube nimmst?
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Der Habicht sprach: Kann dir's wohl sagen!
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Man hat das Amt mir aufgetragen,
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Auf Recht und Billigkeit zu sehn;
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Als Richter jegliches Vergehn
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Scharf zu bestrafen; ohne Schonen
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Jedwedem nach Verdienst zu lohnen.
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Man muß den Tauben strenge seyn,
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Sie fressen Waizen, Erbsen, Lein
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Und ließe man sie stets so walten,
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Der Landmann würde nichts behalten,
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Gut! (sprach der Fuchs) das Ding hat Schein;
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Doch warum strafst du nicht den Weih'n,
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Und Geier, Adler, Trappen, Raben,
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Die so viel Korn zu Schande traben?
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Die armen Tauben trifft dein Mord,
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Und jenen sagst du nicht ein Wort.
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Die sind zu stark, (erwiedert ihm
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Der Habicht) voller Ungestüm
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Würd' ihre Wuth vereint mich beißen,
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Und mich vielleicht in Stücken reißen.
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Du strafst ja auch den armen Hasen,
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Der auf dem allgemeinen Rasen
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Sonst nichts als Gras und Kräuter ißt,
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Und schonst des Wolfs, der Lämmer frißt!
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Wir sind hierin wohl gleiche Brüder;
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Man schonet uns, wir schonen wieder.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariä
(17261777)

* 01.05.1726 in Frankenhausen, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber

(Aus: Wikidata.org)

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