Der Bischof und der Bettelbube

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariä: Der Bischof und der Bettelbube (1751)

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Einst ging ein Bischof durch die Stadt;
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Ein Bettelbube zu ihm trat,
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Zog vor ihm ab gar tief den Hut,
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Und sagte: Herr, seyn Sie so gut,
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Bis an den Hals steck' ich in Schulden,
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Und schenken Sie mir einen Gulden
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Zu diesem lieben Neuenjahr;
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Das wär' ein christlich Werk, fürwahr!
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Was! (schrie der Bischof eifersvoll)
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Ich glaube, Junge, du bist toll;
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Ein Gulden, bei so schlechter Zeit,
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Ist wahrlich keine Kleinigkeit!
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Nun, Herr, (fiel ihm der Bettler ein)
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So mögen's denn acht Groschen seyn.
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Nichts, nichts! (versetzt der Bischof d'rauf)
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Geh' fort und halte mich nicht auf!
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Ihr Gnaden! Einen Groschen dann –
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Fort, fort! auch den nicht – Nun wohlan!
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Sie sehn, wie ich mich handeln lasse,
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Ein Hellerchen? – Geh' deiner Straße,
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Nichts, gar nichts! Das ist etwas arg,
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(sprach d'rauf der Bube). Sie sind karg!
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Doch lassen Sie sich denn bewegen,
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Und geben mir nur Ihren Segen!
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Den sollst du haben, lieber Sohn,
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(erwiederte mit süßem Ton
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Der Geistliche) knie' hin vor mir,
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Den besten Segen geb' ich dir!
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So? sprach der Bursche ganz verwegen,
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Behalten Sie nur Ihren Segen!
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Ich hab' ihn zu geschwind begehrt;
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Wär' er nur einen Heller werth,
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Sie gäben ihn, hochwürd'ger Herr,
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Gewiß nicht so gutwillig her.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Justus Friedrich Wilhelm Zachariä
(17261777)

* 01.05.1726 in Frankenhausen, † 30.01.1777 in Braunschweig

männlich, geb. Zachariae

deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Herausgeber

(Aus: Wikidata.org)

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