Eh Ferdinand mit frommer Wuth

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Eh Ferdinand mit frommer Wuth Titel entspricht 1. Vers(1784)

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Eh Ferdinand mit frommer Wuth
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Die Mauren von sich stieß,
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Floß Omars junges Heldenblut
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Durch Gusmanns Ritterspieß.

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Aus Furcht der Rache (reich und groß
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War dieser Saracen)
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Floh Gusmann und blieb athemlos
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Vor einem Garten stehn.

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Hoch war die Mauer, doch er schwang
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Sich wie ein Pfeil hinein,
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Und fand in einem Bogengang
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Den Herrn des Guts allein.

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Er fleht um Schutz. Mit seinem Stab
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Schlägt Emir Ibrahim
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Voll Ernst itzt einen Pfersich ab
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Und theilet ihn mit ihm.

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Nimm hin, sprach er, du bist mein Gast,
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Dies ist des Schutzes Pfand,
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Den du von mir zu hoffen hast
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Und gab ihm seine Hand.

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Doch plötzlich rief ein Mütterlein
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Den edeln Greis hinaus;
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Er schloß, um unentdeckt zu seyn,
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Den Gast ins Gartenhaus.

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Es wurde Mitternacht; es kam
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Der neue Gastfreund nicht.
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Nun kömmt er; aber bleicher Gram
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Entstellet sein Gesicht.

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Den du erschlugst, grausamer Christ,
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Sprach er, der war mein Sohn:
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Schön ist die Rache, schöner ist
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Gehaltner Treue Lohn.

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Fleuch; vor der Gartenthüre steht
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Mein bestes Pferd. Man sucht
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Dich an der See. Fleuch nach Toled;
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Gott schütze deine Flucht!

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Siehst du im Greis den halben Gott?
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Wer wohlthut seinem Feind,
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Mein Sohn, wär er ein Hottentott,
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So ist er Gottes Freund.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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