Mit einem Blick voll heitrer Ruh

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Mit einem Blick voll heitrer Ruh Titel entspricht 1. Vers(1784)

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Mit einem Blick voll heitrer Ruh,
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Erschien die junge Theonise
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Auf einer bunt gestickten Wiese
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Und schnitt sich Gras für ihre Kuh.

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Voll Reitz, wie Hebe, kniet sie hier
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Und singt. Schnell wand sich eine Schlange
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Um ihren Arm. Ihr war nicht bange,
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Sie schwang die Sichel nach dem Thier.

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Da sprach die Schlange: tödtst du mich,
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So lebst du zwar, doch deine Mutter
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Erblaßt. Ha, rief sie, meine Mutter!
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Und ihre Brust schlug fürchterlich.

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Sie wirft noch einen nassen Blick
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Nach ihrem Dach. Nun sauge, sauge!
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Spricht sie zur Natter, schließt ihr Auge
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Und sinket starr ins Gras zurück.

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Doch schnell erwacht sie; ihre Hand
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Ergreift ein Jüngling. Gleich den Söhnen
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Des Aethers, lächelt er, der Schönen,
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Die bebend ihm zur Seite stand.

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Der Spruch des Schicksals ist erfüllt;
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Das frömmste Kind, so war sein Wille,
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Befreyt mich von der Schlangenhülle,
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Die lange mich gefangen hielt.

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Ich bin ein Prinz, fuhr Idamant
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Zu reden fort, die blauen Wellen
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Des Euphrats nagen an den Schwellen
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Des Throns, den ich nun wieder fand.

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Komm, Edle, weihe mir ihn ein;
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Durch dich erst kann ich glücklich werden.
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Heil mir! das beste Kind auf Erden
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Muß auch die beste Gattin seyn.

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Ja, Lina, Tugend darbet nie:
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Und hat ein Gatte keine Kronen,
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Die Kindestreue zu belohnen,
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So krönt der Eltern Segen sie.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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