Der Esel trat als Supplicant

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Der Esel trat als Supplicant Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Der Esel trat als Supplicant
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Zum Löwen. Sir, darf ich es wagen,
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Sprach er, ein Wort dir vorzutragen?
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Die Polizey in jedem Land
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Hat Männer von Talent ernannt,
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Des Nachts die Stunden anzusagen:
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Nun wissen Berge, Thal und Wald,
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Wie mächtig meine Töne schallen,
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Drum bitt ich, Sir, laß dir gefallen
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Mit einem mäßigen Gehalt
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Von Rocken, Haber oder Kleyen
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Das Wächteramt mir zu verleihen.
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Er senkt das Ohr und schweigt. Alsbald
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Wird seine Bitte placidieret;
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Der Esel wird durch Stab und Horn
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Zum Stundenrufer investieret,
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Und ein Gehalt von Heidekorn
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Wird ihm in Gnaden assignieret.
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Die Nacht bricht ein. Wie Boreas
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Ruft er: ihr Herren, laßt euch sagen ...
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Dem Hof gefiel der neue Spaß;
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Doch, als der Seiger Eins geschlagen
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Und er noch rief, da fieng der Chan
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Den Schreyer zu verwünschen an;
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Und Luna gieng noch nicht zur Neige,
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So bot er durch ein Windspiel ihn
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Auf seine Burg. Das Thier erschien.
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Geh, friß dein Korn daheim und schweige.
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So sprach der Fürst und ließ ihn ziehn;
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Und so entstanden in dem Staate
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Die fetten Hofkanonikate
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Für Eseln, die auf Polstern ruhn,
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Und Sold beziehn um nichts zu thun.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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