Den Zevs ersuchte sein Trabant

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Den Zevs ersuchte sein Trabant Titel entspricht 1. Vers(1782)

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Den Zevs ersuchte sein Trabant,
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Der Adler, einst um das Vergnügen
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Ein bischen in sein Vaterland
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Auf Abentheuer auszufliegen.
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Schnell, wie der Sturm aus Aeols Mund,
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Fuhr er von des Olympus Küste
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Hernieder auf das Erdenrund,
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Und setzte sich in einer Wüste,
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Die das Athen der Affen war,
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(nun heißt die Gegend Zanguebar)
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Um auszuruhen. Ha! wie lauschte
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Der Pavianen muntres Chor,
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Als er, gleich einem Meteor,
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In ihren Kreis herunterrauschte.
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Der Rector der Academie,
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Ein Doctor der Mythologie,
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Erkannte gleich am goldnen Schnabel
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Des Donnergottes Leibconstabel.
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Heil dir! so rief der Musensohn,
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Du Hüter von Chronions Waffen!
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Was treibt er nun auf seinem Thron?
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Giebts noch mit Riesen viel zu schaffen?
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Darf ich den Vorwitz dir gestehn,
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Ich möchte gern ihn einmal sehn.
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Spricht er auch öfters von uns Affen?
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O ja, lacht ihm der Adler zu,
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Sitz auf, du sollst in einem Nu
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Den König der Natur erblicken.
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Der kecke Doctor Sapajou
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Springt jauchzend auf des Knappen Rücken.
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Schnell, wie die Blitze, die er hält,
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Durch die getheilten Wolken zücken,
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Trägt er ihn durch die Oberwelt
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Und stellt ihn zu des Thrones Füßen,
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Um welchen sich die Sphären drehn.
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Starr, unbewußt wie ihm geschehn,
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Umwölkt von Todesfinsternissen,
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Fiel er auf seine Stirne hin;
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Und hätte Jupiter im Fliehn
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Nicht seinen Hauch noch aufgefangen,
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Er wäre wie ein Dunst vergangen.
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Doch kaum erblickt er neues Licht,
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So birgt er, wie der Aberglaube
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Vor Josephs Throne, sich im Staube,
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Und schlägt die Pfoten vors Gesicht.
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Wolan, sprach Zevs, man bring ihn wieder
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Hinab in seine Wüsteney!
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Fahr wohl, und lehre deine Brüder,
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Wer der Monarch der Götter sey.
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Er winkt dem flüchtigen Trabanten,
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Und eh sich Matz besinnen kann,
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Langt er im Schooß der Anverwandten,
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Von kaltem Schweiße triefend, an.
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Schon taumelt jauchzend, wie Bachanten,
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Der ganze Rudel bunt und kraus
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Den Pilger an. Sey uns willkommen!
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Wie lebt sichs in dem Oberhaus?
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Was hast du neues dort vernommen?
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Wie sieht der Gott der Götter aus?
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So hört er hundert Stimmen fragen. –
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Wie wird er aussehn? – Wie ein Gott;
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Ja, wie ein Gott, das kann ich sagen,
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Versetzt der rauhe Don Quixott,
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Und streichelt seinen Rektorskragen.
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Gut, sprach ein junger Candidat;
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Allein, wie ist ein Gott beschaffen? –
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Ha, Freund! rief Matz, er ist ... er hat ...
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Er hat ... kein Härchen von uns Affen.

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Bald, Lieber, glaub ich in der That
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Den Traum von der Metempsychose,
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Den du uns jüngst in Platons Prose,
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Mit Platons Geist erzehlet hast.
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Denn, sagen mächtige Doctoren
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Uns nicht, wiewohl mit mehr Bombast,
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Im Tone der Reformatoren
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Noch itzt, dem Menschensinn zum Spott,
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Just was mein Pavian, von Gott?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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