Ein zweyter Don Quixott, in dessen Kopf

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Ein zweyter Don Quixott, in dessen Kopf Titel entspricht 1. Vers(1781)

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Ein zweyter Don Quixott, in dessen Kopf
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Es mächtig spuckte, kam einst auf die Grille,
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Er wäre todt. Schon lag der arme Tropf
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Zween Tage lang in feyerlicher Stille
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Auf seinem Kanapee. Man fasset ihn beym Schopf,
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Er sinket welk zurück; man schreyt ihm in die Ohren,
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Man kneipt ihn in das Kinn, man spritzt ihm ins Gesicht,
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Umsonst, er hört und fühlet nicht.
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Hier, sprach zuletzt der Arzt, ist meine Kunst verloren;
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Man scharre nur den armen Junker ein,
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Die Todten kann ich nicht erwecken.
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Der Tischler bringt den schwarzbebeizten Schrein,
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Er wird hineingelegt und keine Spur von Schrecken
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Drückt sich in seinen Zügen aus.
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Ein Bauer, der ihm Zinse bringen wollte,
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Kam ungewarnt ins Sterbehaus:
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Er kniete vor den Sarg; das Paternoster rollte
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Durch seine braune Hand, nun dreht er das Gesicht:
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Gott hab ihn selig, sprach er zum Husaren,
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Der Marschallsdienste that, groß ist der Schade nicht,
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Denn ach! seit mehr als sieben Jahren
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War ja der gute Herr ein Narr.
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Itzt regt der Leichnam sich, die blauen Lippen beben:
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Ha, Schurke! rief er aus, (der Kerl ward bleich und starr)
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Wär ich nicht todt, bey meinem Leben,
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Ich würde dir fünfhundert Prügel geben.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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