Wohl dir, liebes Afrika!

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Wohl dir, liebes Afrika! Titel entspricht 1. Vers(1778)

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Wohl dir, liebes Afrika!
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Nun behälst du deine Kinder,
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Schon verkauft Germania
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Seine Söhne wie die Rinder.

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Mit stiefmütterlicher Hand
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Reißt es sie von seinen Brüsten,
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Um durch sie das neue Land,
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Das wir düngen, zu verwüsten.

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Dreymal selig muß ich, traun,
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Mich vor deutschen Sklaven achten;
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Mich zwingt man Toback zu baun;
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Jene müßen Menschen schlachten.

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Halb so theuer ist das Blut
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Eines Hessen angesetzet,
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Als man in Konnektikut
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Meiner Stirne Schweiß geschätzet.

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Ihr, die Feind und Britte haßt,
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Deutsche, laßt die Welt im Frieden!
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Wollt ihr Ketten, deren Last
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Ihr verflucht, für Brüder schmieden?

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Doch ihr fühlts! Mit frommer Scheu
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Werfen halbe Legionen
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Ihre Waffen weg, um frey
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In Amerika zu wohnen.

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Und mit einem solchen Heer
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Wollt ihr dieses Land bezwingen?
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Eitle Britten, nimmermehr
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Wird der Anschlag euch gelingen.

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Trotzig wirft das Sklavenjoch
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Washington vom Löwennacken,
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Und der Heuchler hält sich doch
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Tausend Sklaven, die ihm hacken?

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Kühne Pflanzer, hättet ihr
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Uns mit euch für frey erkläret;
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Howe trotzte nicht mehr hier,
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Percy wäre heimgekehret.

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Lange müßten, Hunden gleich,
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Britten eure Füße lecken,
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Und wir würden stolz mit euch
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Unsrer Siege Früchte schmecken.

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Nun verlach ich euern Streit;
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Was kann ich dabey verlieren?
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Wird das Erbtheil Penns bedräut,
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Negern, dann müßt ihr euch rühren.

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Dann schließt einen ehrnen Kreis
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Um des Quakers fette Saaten,
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Welcher nichts von Sklaven weiß,
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Nichts von Pfaffen und Soldaten.

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Er nur ist der Freyheit werth;
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Brüder, wenn wir für ihn siegen,
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Wollen wir mit Howens Schwert
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Penns geweihte Felder pflügen.

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Aber wird die Tyranney
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Auch die Brüderstadt verderben;
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Freunde, ha! so laßt uns frey
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Mit den letzten Menschen sterben!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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