Ein Hänfling, den mit hoher Hand

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Ein Hänfling, den mit hoher Hand Titel entspricht 1. Vers(1783)

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Ein Hänfling, den mit hoher Hand
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Ein kleiner gnäd'ger Herr, der nichts von Gnade wußte,
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An eine Landgaleere band,
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Wo er sein Futter ziehn, sein Wasser schöpfen mußte,
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Sang einst sein Morgenlied im heitern Sonnenschein,
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Und spielte sorgenfrey mit seiner Kette.
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Da rief aus ihrem Wochenbette
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Ihm eine Schwalbe zu: mir wär es Höllenpein
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Mit Ketten so beschwert zu seyn;
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Du spielst damit und scheinst sie nicht zu fühlen.
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O, glaube mir, erwiedert er,
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Die Kunst sie loszudrehn, ist lange nicht so schwer
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Als die – damit zu spielen.
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O Freundin, diese Kunst besitzest du.
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Mit einem Heldenmuth, den keine Furcht bewegte,
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Sahst du schon oft der Hand des Schicksals zu,
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Die sich auf deinen Nacken legte
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Und streicheltest die ehrne Hand.
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O du, Sophiens Vaterland, Germania! wie oft benetzten deine Schönen
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Ein Denkmal ihrer Kunst, ein großes Bild, mit Thränen,
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Zu dem ihr Geist in sich das Urbild fand.
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Wann wirst du deine Lehrerin belohnen?
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Sie, der so manchen Kranz Apollo wand?
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Wann? ... Doch du hast für Töchter keine Kronen,
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Die gab nur Rom und Griechenland.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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