Erast, den stiller Mangel drückte

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Erast, den stiller Mangel drückte Titel entspricht 1. Vers(1775)

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Erast, den stiller Mangel drückte,
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Saß einst im dunkeln Lindenhayn,
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Der seines Fürsten Garten schmückte,
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Und fühlte schlummernd noch die Pein
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Der schwärzern Zukunft, die ihn schreckte,
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Als ihn im nächsten Bogengang
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Das Aechzen eines Mädchens weckte.
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Er lauscht; mit lauten Schluchzern rang
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Die dumpfe Stimme: Gott wie lang
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Verbirgst du dich! Du hast gehöret
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Was dieser Reiche für das Brod,
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Wodurch er meines Vaters Noth
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Erleichtern will, von mir begehret.
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Erasten schwoll das Herz, er zog
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Sein letztes Gold heraus und flog,
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Von süßem Mitleid angefeuert,
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Zur Fremden hin; sie war verschleyert.
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Nimm, sprach er, Edle, dieß zum Pfand
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Der Ehrfurcht, nicht zum Tugendlohne;
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Es ist gering, doch rein die Hand
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Des Gebers. – Himmel! rief Theone,
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Er ists, mein Vater! – Wie? mein Kind!
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Sie wars. Er küsset jede Thräne,
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Die von der Tochter Wange rinnt
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Entzückt hinweg. O feyrt die Scene,
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Ihr Engel, sie ist euer werth!
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Doch plötzlich wurden sie gestört.
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Philint, der Schmuck der Erdensöhne,
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Der alles gierig angehört,
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Sprang aus dem Busch: Erhabne Seele!
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Sprach er mit glühendem Gesicht
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Zur Schönen: meine Hand, wo nicht,
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Die Hälfte meiner Güter – wähle!

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Du, die Theonens Geist beseelt,
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Serena, reich an edeln Thaten,
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Dein Herz wird ohne mich errathen,
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Was sie gefühlet und gewählt.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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