Ein Genius fuhr unerkannt

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Gottlieb Konrad Pfeffel: Ein Genius fuhr unerkannt Titel entspricht 1. Vers(1776)

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Ein Genius fuhr unerkannt
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Im Marktschiff nach Paris. Kaum stieg er aus dem Nachen,
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So lief ihm alles nach, Sein attisches Gewand
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Empört der Damen Blick. Man rief mit lautem Lachen:
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Ach Gott! mein Herr, wie drollicht seht ihr aus,
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Ihr müsset euch nach unsrer Mode kleiden.
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Gut, sprach er, weiset mir des besten Schneiders Haus.
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Ey was, ihr habt kein neues Kleid vonnöthen;
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Geht auf den Trödelmarkt, da bietet man
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Den Reisenden vom Lord bis zum Poeten
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Um guten Preis gemachte Kleider an.
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»ich gehe schon.« Mit schnellem Schritte
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Steigt er zum nächsten Trödler hin.
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Der Franzmann öfnet ihm ein ganzes Magazin
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Voll Röcke nach dem neusten Schnitte.
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Vom Frieswams bis zum Galakleid.
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Der arme Genius verdarb die Zeit
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Sie nacheinander anzupassen;
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Zu reich, zu schlecht, zu eng, zu weit
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Zu hell, zu dunkel; kurz, ihm wollte keines lassen
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»meßt mir ein neues an, ich berste vor Verdruß.«
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Ganz wohl, mein Herr, ihr habt es in zwey Tagen.
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Was seh ich? Flügel! – Hum! ihr seyd ein Genius? –
24
Pardon, ihr dürft kein neues Kleid hier tragen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Gottlieb Konrad Pfeffel
(17361809)

* 28.06.1736 in Colmar, † 01.05.1809 in Colmar

männlich, geb. Pfeffel

deutscher Schriftsteller, Kriegswissenschaftler und Pädagoge

(Aus: Wikidata.org)

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