Scherzhafte Gedanken bey einer gewissen Begebenheit

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Sidonia Hedwig Zäunemann: Scherzhafte Gedanken bey einer gewissen Begebenheit (1727)

1
Mein Satyr springt hervor und tanzt den Berg hinauf,
2
Und spielt der Welt zum Trutz ein Lustig Stückgen auf;
3
Er zieht das Maul die Quer und spitzt die langen Ohren,
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Und thut, als hätt er sich den rauhen Fuß erfroren.
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Ihr Leute kommt herbey, hört meinen Satyr zu,
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Er pfeift vortreflich wohl; laßt ihm nur etwas Ruh,
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Er wird euch in der That was angenehmes spielen,
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Und ihr solt alsobald davon die Würkung fühlen.
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Nur neulich pfif er noch wunderbares auf,
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Ich theil euch solches mit, hört nur sein fleißig drauf:
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Ihr solt mir allerseits von Herzen drüber lachen,
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Und euch bey meiner Treu davor recht lustig machen.

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Ein Geitz-Hals dessen Sinn nach grossen Reichthum stund,
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Und unersätlich war, wie jenes Fressers Mund,
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Der ob man ihm auch gleich zwey fette Kälber brachte,
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Sich doch noch immerzu auf mehres Rechnung machte.
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Nun dieser Mammons-Knecht besaß ein schönes Weib,
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Das voller Anmuth war. Ihr wohlgewachsner Leib
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Gab jedem, der sie sah, Gelegenheit zu sagen,
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Die Erde hätte nie ein schönres Bild getragen.
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Ja was noch überdieß; sie lebte keusch und rein,
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Die Tugend muste stets ihr Haupt-Gefärte seyn;
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Daher geschah es auch, das sie sich zornig stellte,
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Wenn sich ein Haafen-Fluß zu ihr aus Brunst gesellte.
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Ihr Mann der unterdeß mit Waaren Handlung trieb;
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Erfreute sich darob; es war ihm herzlich lieb,
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Daß sich sein schönes Weib so keusch und züchtig hielte,
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Und nicht wie sonst geschicht mit andern Männern spielte,
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Doch als ihm ohngefehr ein Freund die Ehre that,
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Und ihn nach Landes-Brauch in seine Wohnung bath,
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Erschien zu gleicher Zeit ein lustiger Studente,
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Den Herr Auriphilus schon viele Jahre kente.
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Kaum, daß sie noch einmahl die Hüte weggethan,
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Fing schon Auriphilus von seiner Handlung an,
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Und fragte bloß aus Geitz: wie solches doch wohl käme,
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Daß Cornufar nichts mehr aus seinem Laden nähme:
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Mein Freund versetzte der: es ist euch wohl bewust,
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Studenten machen sich zuweilen eine Lust,
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Wenn sie nun Thee, Caffe und sonsten etwas kaufen,
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So pflegen sie nur da am ersten hinzulaufen,
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Wo sich ein schönes Weib in Kramer-Laden zeigt,
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Und sich bey jedem Wort mit Anmuth vorwarts beugt.
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Nun ist es zwar an dem: euch hat des Himmels fügen
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Ein schönes Weib geschenkt, das euch wohl nicht betrügen,
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Und heimlich täuschen wird; allein ihr seyd zu arg,
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Und thut mit eurer Frau so gar entsetzlich karg,
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Daß man sie kaum einmahl des Tags im Laden siehet,
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So sehr und oft man sich deswegen auch bemühet.
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Nein, denkt nur selber nach, wie oft ich sonsten kam,
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Und was mir nöthig war, aus eurem Laden nahm?
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Ich wußte auch mein Geld nicht besser anzulegen;
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Den euer schönes Weib war damahls stets zugegen.
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Jetzt, da sie nicht wie sonst, in eurem Laden steht,
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Und wie man mir erzehlt, an andre Arbeit geht;
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So hielt ich gleich davor, ihr würdet etwas denken:
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Man suchte euch vielleicht ein Hirsch-Gewey zu schenken;
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Und darum hättet ihr aus Mißgunst und Verdacht
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Das Tugendsamme Weib uns aus den Augen bracht.
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Um euch nun keinen Stof zur Eifersucht zu geben,
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So bleib ich lieber weg; nun könt ihr sicher leben,
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Und dürft nicht wie zuvor der falschen Meinung seyn,
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Als spräch ich nur darum in euren Laden ein,
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Daß ich und eure Frau uns zu bereden dächten,
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Wie wir euch unversehns mit Kronen ehren möchten.
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Was ich anjetzt von mir umständlich hergesagt,
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Das denken andre auch; drum wenn ihr ferner klagt,
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Das niemand zu euch kömmt; so könt ihr sicher glauben,
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Man wird euch überall mit eurer Mißgunst schrauben.

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Fürwahr, der Herr hat recht! schrie gleich Auriphilus:
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O daß ich armer Mann in Unschuld leiden muß!
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Jetzt merk ich erst zu spät, daß viele weggeblieben,
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Seit dem mein liebes Weib den Handel nicht getrieben.
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Gewiß, so lange sie in meinem Laden saß,
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War solcher niemals leer; ja wenn sie Mittags aß,
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So kunte sie gar oft kein warmes Stück geniessen,
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Weil ihr die Leute stets so wenig Ruhe liessen.
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Und seht: ich dummer Geck hab niemahls nicht gemerkt,
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Daß sich durch meine Frau der Geld-Sack so verstärkt
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Und zugenommen hat: nun darf ich nicht mehr fragen:
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Warum die Pursch ihr Geld zu andern Krämern tragen?
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Hätt ich das Ding gewust: ich schwöre mit Bedacht
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Und bey Mercurens Stab der vor die Handlung wacht,
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Ich hätte meine Frau, so zärtlich wir uns lieben,
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Bey Frost und rauher Luft in Laden naus getrieben.
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Der Herr verdienet Dank vor seinen guten Rath;
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Gleich morgen soll er sehn, wenn man die Ehre hat,
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Ihn, mein Herr Cornufar, früh oder spät zu schauen,
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Wie ich durch meine Frau mein zeitlich Glücke bauen
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Und Geld verdienen will: Denn dieses weis ich schon,
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Die Keuschheit ist ihr Schatz. Drum bleibt es weit davon,
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Daß ich, wie mancher denkt, von ihr besorgen solte,
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Als wenn sie mich so fort mit Kronen zieren wolte.
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Ihr blosser Eigensinn ist an der Sache schuld;
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Denn ich begegne ihr mit lauter Lieb und Huld;
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Sie selbsten wolte nicht im Laden länger bleiben,
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Drum nahm ich jemand an die Handlung fortzutreiben.
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Doch wenn ich dazumahl dem Dinge nachgedacht,
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Wie jetzo, da ich mich um vieles Geld gebracht,
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Sie hätte mir durchaus im Laden bleiben müssen/
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Und hätte sie sich gleich das Haar vom Kopf gerissen.

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Hierauf sprach Cornufar: Mein Herr! nun soll er sehn,
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Ich will fast Tag vor Tag in seinen Laden gehn,
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Und auch von seinem Kram nicht wenig zu mir nehmen:
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Allein es muß sich auch sein schönes Weib bequämen
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Und stets im Laden seyn sonst setzt es nur Verdruß.
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Gut, gut, ein Wort ein Mann; sprach gleich Auriphilus.
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Der Herr sey gutes Muths, und lasse mich nur sorgen,
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Ich gehe gleich nach Haus, der Herr erscheine morgen.

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Nun gieng Auriphilus zu seinem Weibgen hin;
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Fieng die Erzehlung an, und sagte, daß sein Sinn
111
Darauf gerichtet sey: Sie solte alle Tage
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In seinem Laden stehn. Es setzte immer Klage:
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Der kriegte nicht genug; Dem wäre dieß nicht recht:
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Und jenem schienen wohl die Waaren gar zu schlecht.
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Der Henker möchte was auf solche Art erwerben;
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Er müste wohl zuletzt mit ihr nach hunger sterben.
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Gleicht jetzt dem Augenblick, hätt ihm ein guter Freund
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Mit Namen Cornufar, recht ehrlich, wohlgemeint,
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Und brüderlich entdeckt/ warum er selten käme,
120
Und nicht, wie sonst geschehn, die Waaren bey ihm nähme:
121
Bloß, weil er sie nicht mehr in seinem Laden fänd,
122
Und doch sein Purschen-Sinn nach schönen Weibern ständ.
123
So sprächen andre auch, nun solte sie bedenken,
124
Wie sehr ihm dieser Streich im Herzen müsse kränken.
125
Nachdem er dieß gesagt so bath er seine Frau,
126
Sie möchte, wenn es auch verdrießlich, neblicht, rauh
127
Und noch so frostig wär, sich in den Laden setzen,
128
Und wenn ein Pursche käm ihn mit Gespräch ergötzen.
129
Dadurch bekäm er Geld; und sie, das liebe Weib,
130
Erhielte unterdeß den besten Zeit-Vertreib.

131
Die Frau gehorchte zwar, jedoch mit Widerwillen:
132
Sie wuste, daß er sie den Beutel nur zu füllen,
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Und aus verdammten Geitz in seinen Laden trieb,
134
Drum wahr ihr sein Befehl nicht im geringsten lieb.
135
Sie suchte sich so fort an ihrem Mann zu rächen,
136
Und wünschte Sehnsuchtsvoll den Cornufar zu sprechen.
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Ihr Wunsch war bald erfüllt; Herr Conufar kam an.
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Nachdem er sie gegrüßt, so höflich als man kan,
139
So sprach er, daß er Tuch zu Kleidern haben wolte,
140
Und sie ihm ohnbeschwert die Proben zeigen solte.
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Sie war sogleich bereit, doch sagte sie dabey:
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Mein Herr! er trage nur beyzeiten wahre Reu,
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Dieweil die Schuld bey ihm, daß mir mein Mann befohlen
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Und eingepräget hat, die Gelder einzuholen.
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Ja sprach Herr Cornufar: Der Mann hat wohl gethan,
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(ich rieth ihm letztens selbst darzu recht ernstlich an)
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Daß man sie wiederum in ofnen Laden siehet.
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Ich habe mich bißher aufs eifrigste bemühet
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Ihr Angesicht zu schaun, das mich so frölich macht;
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Allein mich hat das Glück niemahlen angelacht.
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So, daß ich, da ich sie verpflichtet wieder grüsse,
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Mit ihr in größter Lust so Kauff als Handel schliesse.
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Wer kaufet denn nicht gern bey einer schönen Frau?
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Hier handelt man mit Lust, und auch nicht so genau,
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Als man sonst etwan thut. Man sieht den schönen Händen
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Die Gelder vor das Gut vor andern zuzuwenden.
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Mein Herr! verfolgte sie, er setz die Höflichkeit
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Die ihn vollkommen macht, anjetzo nur beyseit,
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Ich rede jetzt im Ernst. Es schmerzt mich in der Seelen,
160
Daß mich mein Ehemann so heftig sucht zu quälen,
161
Und aus verdammtem Geitz mich in den Laden jagt.
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Ich hab ihm öftermahls aufs kläglichste gesagt:
163
Es wär mir ein Verdruß, wenn die Studenten kämen,
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Und nur von meiner Hand die Waaren zu sich nähmen.
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Der eine schwatzte mir bald dieß, bald jenes vor,
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Wofür ein keusches Herz und ein verehligt Ohr
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Sich recht entsetzen muß: der andre machte Mienen
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Die ehr vors Jungfer-Volk als vor die Weiber dienen.
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Der dritte quälte mich mit vieler Höflichkeit,
170
Da sich der Vierte gar nicht vor den Leuten scheut,
171
Und mich zu küssen sucht. Ich bin des Ladens müde.
172
Bist du mein lieber Mann, so schaff mir Ruh und Friede!
173
Ich stellte ferner vor: Wär ich gleich keusch und rein,
174
So ist die Welt doch schlimm/ kömmt mancher nun herein,
175
Und sieht der Purschen Art, wie frech sie sich gederben,
176
So möcht ich vor ein Weib bald ausgeschryen werden,
177
Das die Studenten liebt, das ihren Geist ergötzt,
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Und sich aus Freyheit nur so oft in Laden setzt.
179
Was würde mancher nicht von meiner Unschuld denken!
180
O! solte mich denn nicht dergleichen Vorwurf kränken!
181
Ich bath ihn ängstiglich, und auch mit Zärtlichkeit
182
Und sagte, liebst du mich, so füge mir solch Leid,
183
Und Quaal und Schmach nicht zu, und laß mich aus dem Laden!
184
Allein es war umsonst, er schwur bey seinen Waden,
185
Bey dem verdammten Geld, das er zum Abgott macht,
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Ich solt in Laden gehn! Was, sprach er, was Verdacht?
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Wen Henker schiert es was? was frag ich nach den Leuten;
188
Dergleichen Vorwurf hat sehr wenig zu bedeuten,
189
Nur Possen, Possen sinds. Man rede noch so voll,
190
So kümmre ich mich nicht; wird nur mein Geld-Sack voll.
191
Ha! eine Hand voll Geld ist mehr als guter Name.
192
Du bleibest doch mein Weib, und eine keusche Dame.
193
So muß ich mit Verdruß aufs neu im Laden gehn,
194
Und aus verdammten Geitz so vielen Eckel sehn.
195
Ach das verfluchte Geld! das meinen Mann regieret!
196
Doch da mein Mammons-Knecht mich nur deswegen schieret,
197
So füg ich ihm gewiß auch einen Possen zu!
198
Der ihn recht schmerzen soll. Ich weiß nun, was ich thu,
199
Ich will, mein Herr, durch ihn, mich an dem Geitzhals rächen,
200
Und solt ich auch den Eyd der Treu darüber brechen.
201
Wohlan! ich mach ihm weiß: Er wär in mich verliebt.
202
(wie mir denn auch sein Mund bereits Versichrung giebt;)
203
Er wolte meine Gunst mit vielem Gold vergelten.
204
Da werde ich dann sehn, ob auch mein Mann wird schelten.
205
Und ob er leiden kan, daß er an seiner statt
206
Mich eine Nacht vors Geld, in seinen Armen hat.
207
Madam! sprach Cornufar sie sind mir vorgekommen,
208
Und haben mir das Wort aus meinem Mund genommen.
209
Ich habe längst bey mir auf diesen Schluß gedacht,
210
Denn auf dergleichen Art wird er zu Spott gemacht,
211
Wenn man ihn öffentlich mit bunden Federn zieret,
212
Weil er nur blos aus Geitz sein schönes Weib vexiret.
213
Madam! Auriphilus ist ihrer gar nicht werth,
214
Bekäm ich so ein Weib, wie sie, auf dieser Erd,
215
Ich liebte sie weit mehr. Ich bin ihr stets ergeben,
216
Nun wollen wir vergnügt dem Mann zur Rache leben.
217
Wohlan! sie sage gleich zu ihrem argen Mann:
218
Es both mir Cornufar dreyhundert Thaler an,
219
Ich solt ihn eine Nacht nur bey mir schlafen lassen,
220
Und ihn an deine Statt in meine Arme fassen.
221
Gut! sprach das kluge Weib, es bleibet nun dabey/
222
Daß unser beyder Sinn darauf gerichtet sey/
223
Wie wir Auriphilum vor seinen Geitz betrügen
224
Der Herr geh jetzo fort; Er soll bald Nachricht kriegen,
225
Wie unsre Sach steht. Sie sagte ihrem Mann
226
Den Vorschlag, welchen ihr Herr Cornufar gethan,
227
Auf das genauste her. Sie fragte ihn darneben:
228
Soll ich dem Cornufar nicht billig widerstreben?
229
Was meint der Edelmann? ich bin ein Eheweib,
230
Das ihren Mann nicht täuscht. Ich gebe meinen Leib
231
Dir, liebster Schatz, allein. Was muß der Pursche denken?
232
Was? solt ich ihm vors Geld der Keuschheit Schmuck verschenken?

233
Wie sprach Auriphilus liebt dich Herr Cornufar?
234
Und beut dir so viel Geld? ich sage dir: Geh stracks
235
Und nim den Vorschlag an! Er weiß recht wohl zu leben,
236
Und was er einer Frau vor solchen Dienst soll geben!
237
Das ist ein braver Pursch! o du mein lieber Schatz!
238
Gieb ihm noch diese Nacht in deinem Bette Platz,
239
Ich bin ein Handelsmann von allen schönen Waaren,
240
Drum will ich dich auch nicht vor mich alleine spahren,
241
O Frau bedenke doch, drey hundert Thaler Geld
242
Ist viel vor eine Nacht. Mein Kind, der Pursch behält
243
Dich davor wahrlich nicht. O! wenn mir alle Nächte
244
Ein Pursch vor meine Frau dreyhundert Thaler brächte,
245
So wolt ich warlich bald ein reicher Kaufmann seyn,
246
So zehlt ich vieles Geld in meinen Geld-Sack ein.
247
Allein sein schönes Weib that immerzu sehr blöde;
248
Es schien, als zitterte sie stark bey seiner Rede.
249
Sie weinte bitterlich. Doch was geschah darauf?
250
Ihr Mann Auriphilus fuhr alsbald zornig auf,
251
Und sprach: Es ist wohl wahr, die Männer müssen sorgen,
252
Womit an jedem Tag, und auch an jedem Morgen
253
Das Weib ernehret wird: wie Kinder und Gesind
254
So Speiß als Trank bekömmt, und seine Nothdurft findt.
255
Allein es wär auch gut, wofern die Weiber dachten,
256
Wie sie darneben auch etwas erwerben möchten.
257
Es schließt ein redlich Weib sich auch davon nicht aus;
258
Sie bringt, wenn sie kan auch Mittel in das Haus.
259
Da du mir nun viel Geld kanst in den Beutel bringen,
260
So must du es auch thun. Erweg vor allen Dingen,
261
Ist das nicht vortheilhaft, wenn in so kurzer Zeit
262
Dreyhundert Thaler Geld in meinen Geld-Sack schneyt?
263
Bedenke liebes Weib, wie sehr ich mich bemühe,
264
Wenn ich das Jahr hindurch auf alle Messe ziehe.
265
Was wird nicht da vor Geld verreiset und verzehrt?
266
Wie öfters werde ich in Schlaf und Ruh gestöhrt?
267
Wie öfters werde ich beregnet und beschneyet?
268
Bald schrecket mich der Blitz, wenn dort der Donner dränet,
269
Wobey Durst, Hunger, Frost, Sturm, Hagel, Koth und Wind,
270
Gefahr und auch Betrug die Reise-Brüder sind.
271
Und hab ich alle Last und Arbeit ausgestanden,
272
So ist doch oftermahls nicht viel Profit vorhanden.
273
Du aber kanst mir leicht ein schönes Stücke Geld
274
Verdienen, darum geh, damit mans bald erhält.

275
Wie? schry das arme Weib, kanst du dich wohl entschliessen?
276
Wie? solte mich dein Schluß nicht schmerzen noch verdriessen?
277
Nein! sprach Auriphilus: Er ist nur blos mein Scherz,
278
Ich hab dich nur versucht; ich weiß dein keusches Herz,
279
Das diese Thorheit haßt. Doch dieß ist mein Verlangen,
280
Kommt heute Cornufar zu dir in Kram gegangen,
281
Und bitt sich Antwort aus, so sage nur nicht nein!
282
Sprich: Nachmittag um zwey stell sich der Herr nur ein.
283
Ha! ha! da will ich ihn vor seine Lust betrügen,
284
Da soll er vor sein Geld kaum ein paar Mäulgen kriegen.
285
Ich nehm mein Spanisch Rohr, so bald er kömmt, zu mir,
286
Und krieche unters Bett, und naht er sich zu dir;
287
So wisch ich gleich hervor, und will ihn wacker schmeissen,
288
Und solt er auch vor Angst das Hemd in Stücken reissen,
289
Ich aber nehm das Geld. Und sagt er nur ein Wort,
290
So schlag ich ihn noch mehr, und jag ihn schimpflich fort.
291
Gut! gut! sprach seine Frau, ich werde mich bequehmen,
292
Dein Wort, mein lieber Mann! genau in acht zu nehmen.

293
Was that das schlaue Weib, als Conufar in Kram
294
Nicht lange Zeit hierauf zu ihr gegangen kam?
295
Sie nannte ihm die Stund, und als er die vernommen,
296
So bath sie, daß er auch bewaffnet möchte kommen,
297
Damit ihm nichts geschah. Sie sagte ihm ganz frey,
298
Daß heut bey diesem Spaß ihr Mann ein Zeuge sey.
299
Recht so! rief Conufar, da giebt es was zu lachen,
300
Wir wollen sichtbarlich den Mann zum Hahnrey machen.
301
Es schlug nach kurzen zwey, da kroch Auriphilus,
302
Ganz frölich unters Bett, und machte schon den Schluß,
303
Woran er wohl das Geld, das Conufar jetzt brachte,
304
Um allernützlichsten und besten legen möchte.
305
Als nun Herr Conufar darauf ins Zimmer trat,
306
Und seine Herrscherin um die Erlaubnis bath,
307
Den allerschönsten Mund Entzückungs-voll zu küssen,
308
Und das versprochne Glück nunmehro zu geniessen,
309
Warf er den Beutel hin, worin die Summe war.
310
Doch sprach er auch zugleich, Madam! oft kömmt Gefahr
311
Und List darbey mit vor. Drum hab ich zwey Pistolen
312
Zum Nothfall eingesteckt, dem Diener auch befohlen,
313
(der auch dergleichen führt, und vor dem Zimmer steht)
314
Wofern man hier Betrug und Schelmerey begeht,
315
Ins Zimmer einzugehn, und solche loszuzünden.
316
Hat jemand sich versteckt, so soll er sie empfinden.
317
Madam! hier ist das Geld! sie sieht, es lieget hier.
318
Mein Herr! versetzte sie: Er ist ein Cavalier,
319
Der liebenswürdig ist, und dessen Artigkeiten
320
Schon so vermögend sind, die Herzen zu bestreiten.
321
Doch weil ers so befiehlt, nehm ichs mit Danke an.
322
Er büßte seine Lust. Und ach! der arme Mann
323
Mußt unterm Bett sehn, wie Conufar ihn kränkte,
324
Und gar ein Hirsch-Geweyh und Putz vom Hahne schenkte.

325
Dieß war noch nicht genug. Er sprach nach dem zu ihr:
326
Madam! es regt sich was, ich glaub, es gehet hier
327
Nicht gar zu richtig zu, Madame! ja ich wette,
328
Es stecket gar ein Mensch hier unter diesem Bette.
329
Der Guckuck hohle den, der mich zu täuschen meint!
330
Er lauschte unters Bett, und sieh, da lag sein Freund
331
Und Schwager höchst beklemmt in Zittern, Furcht und Zagen.
332
Er zog ihn vor, und sprach: Wie? woltest du mich schlagen?
333
Dein Spansches Rohr soll jetzt mit dir zu Tanze gehn.
334
Es mußt auch alsobald zu seinen Schmerz geschehn.
335
Hilf Himmel! ach wie war Auriphilo zu muthe?
336
Er schry, er rief, er bath. Doch nichts kam ihm zu gute.
337
Nach diesem wandte sich auch Cornufar zu ihr,
338
(er stellte sich erboßt) Madam, was hat sie mir,
339
So sprach er, vor ein Bad hierdurch bereiten wollen?
340
Heist dieses nicht getäuscht? hab ich so fallen sollen?
341
Ihr habt euch beyderseits gewiß sehr viel erkühnt.
342
Wohlan, so nehm ich auch das Geld, so sie verdient,
343
Zur Strafe wieder weg. Drauf gieng er aus dem Zimmer.
344
Darüber weinete Auriphilus noch schlimmer.
345
Au weh! wo ist das Geld? das Geld, o Donner-Wort!
346
Ist mit dem Cornufar dem Erz-Betrüger fort!
347
So ward Auriphilus von seinem Geitz betrogen,
348
So ward ihm Ehr und Geld zu einer Zeit entzogen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Sidonia Hedwig Zäunemann
(17111740)

* 15.01.1711 in Erfurt, † 11.12.1740 in Plaue

weiblich

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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