Satyrische Gedanken

Bitte prüfe den Text zunächst selbst auf Auffälligkeiten und nutze erst dann die Funktionen!

Wähle rechts unter „Einstellungen“ aus, welcher Aspekt untersucht werden soll. Unter dem Text findest du eine Erklärung zu dem ausgewählten Aspekt. Nicht jede Anmerkung ist für die Analyse gehaltvoll.

Sidonia Hedwig Zäunemann: Satyrische Gedanken (1727)

1
Ihr Helden zürnet nicht! der güldne Friede blüht!
2
Steckt Schwerd und Degen ein, und seyd vielmehr bemüht
3
Nach Mavors kluger Art, die Venus zu bedienen!
4
Geht! opfert höchtsvergnügt den reitzungsvollen Mienen!
5
Bellona hat bereits die
6
Seht! wie sich
7
Hier könnt ihr ohne Furcht in süsser Ruhe streiten,
8
Und sonder Schweiß und Blut den besten Schatz erbeuten.
9
Der Feind
10
Aus seinem
11
Das
12
Und haben bey der Flucht ihr
13
Ist alles
14
Ja könte man es nicht aus jener Oefnung lesen,
15
Die bey dem
16
Mit Bomben
17
So würde niemand leicht an unsern Ausen Werken,
18
Ihr habt schon
19
Und seit dem
20
Den ganzen
21
So bald sich nur von fern die Feinde blicken liessen.
22
Ihr haltet euch geübt; ihr giengt auf Hieb und Stoß;
23
Kaum ward der Hahn gerückt, so schlug die Flinte loß;
24
Wie manche Nachtigall verließ nicht Baum und
25
Und wolte weiter nicht in Busch und Hecken warten.
26
Begebt euch denn zur Ruh;
27
Der Winter, wie ihr seht, ist jetzo vor der Thür;
28
Und solte ja der Feind vor
29
So wartet wenigstens und schont euch nur sechs Wochen.
30
Erweget selbst bey euch: Wie manche schöne Nacht
31
Habt ihr in Kümmerniß und Sorgen zugebracht.
32
Im
33
Und dachtet kaum darauf, die
34
Ihr meintet ganz gewiß, der
35
Und vortheilhaft verwahrt; doch wer sich drauf verläßt,
36
Dem geht es oft sehr schlecht.
37
Die Feinde liessen nicht an Bley und Pulver spahren;
38
Die Festung wurde bald mit Feuer angefüllt;
39
Da nahm die Furcht erst zu, die aus dem Kummer quillt.
40
Ihr woltet zwar den Feind durch
41
Allein ihr kuntet nicht durch die Moräste dringen.
42
Ihr fielt bis an den Leib in solchen Schlamm hinein,
43
Und würdet in der That bald gar
44
Die Noth war schrecklich groß; ihr ließt die Schuhe stecken,
45
Und eiltet nur geschwind, die Füsse zu bedecken.
46
So gieng es damahls her; drum schont euch, da der Feind
47
Den Platz verlassen hat; ihr seyd ja, wie es scheint,
48
Nicht wenig
49
Ihr dürft euch eben nicht zum
50
Nein, dieses wär zu viel; gebrauchet nur der Ruh,
51
Und bringet eure Zeit in stillen Frieden zu;
52
Der Feind wird zweifels-frey, sich nicht
53
Und euch den
54
Damit nun auch die Welt
55
So jauchzt, und zieht zugleich die
56
Triumph! der Feind ist fort! und glücklich abgetrieben,
57
Und kan nun seinen Zorn nicht mehr an uns verüben!

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

Einstellungen

    Text teilen & herunterladen

    PDF-Export

    Arbeitsblatt zur Interpretation herunterladen

  • Äußere Form

  • Sprachlich-inhaltliche Analyse

  • Voller Zugriff auf Textopus

    • Interaktive Analyse von über 65.000 Gedichten und über 700 Dramen

    • Zugriff auf mehr als 400 Rezitationen und hilfreiche Epochenübersichten

    • Mit Aufdeckfunktion zum Selbstlernen von Stilmitteln, Kadenzen, Metrum u. v. m.

    Textopus App

    Textopus-App

    € 4,99/Jahr
    In-App-Kauf
    Apple App StoreGoogle Play Store
    Klett Digitale Unterrichtsassistenten

    Für Lehrkräfte

    Kostenlos in ausgewählten Digitalen Unterrichtsassistenten der Deutsch-Lehrwerke des Ernst Klett Verlags
    Deutsch kompetent

Sidonia Hedwig Zäunemann
(17111740)

* 15.01.1711 in Erfurt, † 11.12.1740 in Plaue

weiblich

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

Textopus kann Fehler machen. Überprüfe die Informationen. Teils KI-gestützt. Siehe Hinweise zur möglichen Fehleranfälligkeit.