Etliche so genannte Bouts Rimetz. Von einem gelehrten Freund, zur Ausfüllung erhaltene Reime

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Sidonia Hedwig Zäunemann: Etliche so genannte Bouts Rimetz. Von einem gelehrten Freund, zur Ausfüllung erhaltene Reime (1727)

1
Niemand schwatze mir vom Lieben und von Hochzeitmachen – – vor,
2
Cypripors Gesang und Liedern weyh ich weder Mund noch – – Ohr.
3
Ich erwehl zu meiner Lust eine Cutt- und Nonnen – – Mütze,
4
Da ich mich in Einsamkeit wieder manches lästern – – schütze.
5
Ich will lieber Sauer-Kraut und die ungeschmeltzten – – Rüben
6
In dem Kloster, vor das Fleisch in dem Ehstands-Hause – – lieben.
7
Mein Vergnügen sey das Chor, wo ich sing und beten – – tuhe,
8
Denn dasselbe wirkt und schafft mir die wahre Seelen – – Ruhe,
9
Will mir den gefaßten Schluß weder Mann noch Jüngling – – glauben,
10
Immerhin, es wird die Zeit euch doch diesen Zweifel – – rauben.
11
Geht nur hin, und sucht mit Fleiß Amors Pfeile, Amors – – Waffen,
12
Und geberdet euch darbey als wie die verliebten – – Affen!
13
Dorten stund in einem Carmen auf den Herrn von Ober – – nütz:
14
Kriegt das schöne Jungfer-Röckgen einen Flecken, Ritz und – – Schlitz,
15
So muß auch der Jungfern Glück und die edle Freyheit – – weichen,
16
Und dargegen sucht die Angst sich gar eilend einzu – – schleichen.
17
Dieser Vers hat recht gesagt, Jungfern können kühnlich – – lachen;
18
Dahingegen manches Weib sich muß Angst und Sorge – – machen.
19
Kriegt die Noth durch Gegen-Mittel eine Lindrung und ein – – Loch,
20
Ey, so währt es doch nicht lange, und man schauet immer – – noch
21
Eben so viel Bitterkeit als in Erfurt Mannes – – Krausen,
22
Leid und Trübsal, Gram und Pein will die armen Weiber – – zausen.
23
Kriegt ein Weib von ihrem Mann manchen Tag ein Dutzend – – Mäulgen,
24
Ey! so sagt, was folgt darauf? Uber gar ein kleines – – Weilgen
25
Brennt des Mannes Zorn wie Feuer, und er schwöret beym – – Parnaß:
26
Frau! ich werde dich noch prügeln, oder stecke dich ins – – Faß.
27
Dieser Weiber Noth und Pein will ich mich bey Zeit ent – – schlagen,
28
Denn so darf kein Herzens-Wurm jemahls meine Seele – – nagen.
29
Drum so sag ich noch einmahl: Gute Nacht, du Scherz und – – Küssen,
30
Ich will deine Eitelkeit bis in meine Gruft ver – – missen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Sidonia Hedwig Zäunemann
(17111740)

* 15.01.1711 in Erfurt, † 11.12.1740 in Plaue

weiblich

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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