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Menalcas, den das Glück aus seiner Vaters-Stadt
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In eine andre Flur und Feld gerufen hat,
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Woselbst er jetzt sein Brod in sichrer Ruh verzehret,
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Und sich durch Fleiß und Kunst in seiner Hütte nehret.
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Saß einst auf einem Tag darinnen sehr erfreut,
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Und schmückte sich dabey nach ietzger Jahres-Zeit
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Mit Blüthen, Blumen, Laub und buntgefärbten Bändern.
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Er suchte auch die Lust in etwas zu verändern:
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Er nahm sein Haber-Rohr und sang ein Hirten-Lied,
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Worunter dieses war: Seht! mein Vergnügen blüht!
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Die Philis trat zu ihm und unterbrach sein Singen:
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Sie sprach: was treibet dich zu diesen Wunder-Dingen?
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Du hast dich ausgeschmückt, du hebst die Hand empor,
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Und singst in Einsamkeit vergnügt durch Mund und Rohr?
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Wer putzt sich, wenn es schneyt? Wer freut sich, wenn es frieret,
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Wenn Wiesen Feld und Wald ein weises Kleid bezieret?
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Kein Schäfer nimmt den Stab und gehet auf das Feld,
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Und weydet da sein Vieh. Die Hütte ihm gefällt;
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Da pfleget er sein Lamm, und wärmt sich bey dem Lichte,
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Und zeigt nicht, wie im May ein aufgeklärt Gesichte.
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Ich aber sehe dich besonders wohl vergnügt:
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Drum bitt ich, sage mir, was dir im Herzen liegt;
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Damit ich ferner nicht dein Thun, wie jetzt beschäme,
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Und einen gleichen Theil an deiner Freude nehme.
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Menalcas lächelte, und sah die Philis an,
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Und sprach: O Schäferin! gedenkest du nicht dran,
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Daß heut ein Oberhirt in unserm Feld und Fluren,
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Dem wir Gehorsam, Pflicht und treue Dienste schwuren,
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Das Neue Jahr betrit. Sie feyren diese Stunden
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Mit ungewohnter Lust: Drum halt ich mich verbunden
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Heut aufgeweckt zu seyn. Menalcas fuhre fort,
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Und sprach: O Philis! Ach! mir fehlet Geist und Wort
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Die grosse Freudigkeit der Seelen auszudrücken.
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Du weist so wohl als ich, mit was vor holden Blicken
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Und der es auch bisher so wohl in acht genommen;
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Daß auch kein Schäfer nicht, nur um ein Lamm gekommen.
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Sie treiben unter ihm vergnügt das Vieh ins Feld,
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Und ihre Hütten sind beschützt und wohl bestellt.
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Wenn andres Schäfer-Volk von harten Diensten saget;
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So wissen wir von nichts; wir leben unverzaget.
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Drum hat ihm auch der Herr der Sterne hochbeglückt,
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Und ihm ein Silber-Haar mit Ehren zugeschickt,
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Er giebt ihm Stärk und Kraft. Gott hat ihm auch darneben
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In dreyen Ehen Fried und Einigkeit gegeben.
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Nichts minder zeitlich Gut. Und dieses wendet er
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Zum Dienst des Nächsten an. Nein! nicht von ohngefehr
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Hat mich des Schicksals Macht an diesen Ort gesetzet,
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O Philis! schau mit mir die Tag und Stunden an,
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Die wir doch warlich nicht verschuldet und verdienet.
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So kans nicht anders seyn, ich sing ein Freuden-Lied.
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Nun hab ich dir gesagt, was mich zur Lust beweget/
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Und was in mir den Grund zur Munterkeit geleget.
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Nun sage, kan ich nicht im Winter frölich seyn?
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Ich glaub, du stimmest jetzt auch mit mir überein.
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Ja wohl! sprach Philis laut. Doch dieß ist, was mich kränket,
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Daß mein Gemüth so spät an diese Jubel denket.
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Und daß mich nicht mein Herz, wie du, ermuntert hast;
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So hätt ich gleich wie du mein Liedgen abgefaßt.
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Ja, dessen Hütten sind des Obed-Edoms gleich,
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Und an Ergötzlichkeit und Friedens-Schätzen reich.
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So weiß ich auch gar wohl, mit was vor Huld und Güte
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Uns dieses Paar belegt: Drum freut sich mein Gemüthe,
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Und giebt dir warlich nichts an munterm Geiste nach.
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Sie hielt mit Reden ein. Menalcas aber sprach:
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Es fordert unsre Pflicht auch einen Wunsch zu bringen;
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Allein es möchte mir im Singen nicht gelingen,
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Drum soll er kurz und gut darneben herzlich seyn.
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Aus meiner Brust verbannt. So wünsch ich denn von Herzen:
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So viel am Firmament zur Nachtzeit helle Kerzen
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Vor unsern Augen sind; so viel als Hähner krehn;
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So viel als Schaafe jetzt in unsern Ställen stehn;
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So viel als Schnee und Eis in unsern Fluren lieget;
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So viel man Kindergen anjetzt in Windeln wieget;
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So vieles Glück und Heil fall in dem Neuen Jahr,
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Die Philis wünschte auch: So viel in unsern Hütten
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Man Holz und Stroh verbrennt; So viel als jetzo Schlitten
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Zu sehn, zu hören sind; so viel man Lichter braucht;
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So viel als man Toback in unsern Hütten raucht,
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Und Tropfen Bier verzehrt; so vieles Wohlergehen,