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Was nehm ich an Dir wahr?
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Dich schmückt ein Myrthen-Kranz; Du stehest am Altar,
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Und nun in einem Fleisch mit ihr vergnügt zu leben.
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Was kommt dir doch in Sinn? Auf einmahl heists gefreyt,
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Und seine Haut verkauft. Du hast ja jederzeit
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Der Liebe wiederstrebt; bist ihrer Macht entgangen;
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Nun aber hat sie dich doch in ihr Netz gefangen.
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Wie leicht, wie gern, wie bald, ergiebst Du dich auch ihr!
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Doch ihr geheimer Zug kömmt wohl nicht blos von dir,
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Ihr Winken, dein Gefolg, dein Wehlen und dein Lieben,
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Ist von der Allmachts-Hand längst in ihr Buch geschrieben.
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Drum kans nicht anders seyn, Du gehst auf ihrer Spuhr,
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Und folgst zu deinem Glück der Ordnung der Natur.
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Ein Kaufmann ohne Weib kan nicht zum Wachsthum kommen?
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Wer wart den Laden ab, wenn er die Briefe schreibt,
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Und wenn die Zeit und Stund ihn auf die Messe treibt?
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Die Freunde sind ja rar, wer darf den Worten trauen?
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Nur ein getreues Weib kan unser Glücke bauen.
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So bald die Allmachts-Hand die Welt und alles schuf.
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So sah sie zum voraus, daß Amt, Stand und Beruf
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Die stille Einsamkeit nicht fördre oder diene,
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Noch durch dieselbige der Bau der Erden grüne.
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Drum setzte sie zugleich den Stand der Ehe ein,
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Es hieß: Der Mann soll Herr, das Weib Gehülfin seyn,
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Und diese Ordnung hat bisher in allen Landen
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So fest, als wie der Bau des Himmels selbst bestanden.
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Drum wilst Du weiter nicht dem Himmel widerstehn,
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Der dich zu lieben heist. Du trägst nunmehr die Ketten
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Der süssen Sclaverey: Die dich von dem erretten,
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Was dir in deinem Stand bisher beschwerlich fiel,
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Und Ruh und Schlaf geraubt. Die Vorsicht ist im Spiel;
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Die Allmacht leitet dich, und führet deine Sachen,
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Und sucht es wunderlich, jedennoch wohl zu machen.
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Die Handelschaft geführt, und dein gerechter Fleiß
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Ist von der Allmachts-Hand nach Wunsch gesegnet worden.
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Du trafst den Handelstand, den edlen Kaufmanns-Orden
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Vor dich alleine an. Wie fügt es doch die Zeit,
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Die unser innerstes oft sonderbar erfreut!
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Sie setzet einen Tag vorm andern schön zum Seegen,
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Woran uns oftermahls was wichtges muß begegnen.
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Dir ein besonderer vor andern heisen mag.
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Heut sinds zwey Jahr, da du den Laden selbst geschlossen
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Und Vortheil und Gewinst vor Dich allein genossen.
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Heut ist es ebenfals ein Jahr, an welchen du
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Durch unsre Feuers-Noth und Glut aus deiner Ruh
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So scharf getrieben warst. Du mustest nebst den andern
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Mit Nahrung, Haab und Gut entweichen, fliehn und wandern.
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Heut aber macht er dich zu einem Ehemann.
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Daß Jugend mit Verstand und Tugend sich verbunden.
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Das einen Kaufmann labt und seinen Laden schmückt,
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Das feine Schätze mehrt und seine Brust erquickt.
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Der weiseste Regent muß selbsten frey bekennen:
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Ein tugendhaftes Weib sey Lobens werth zu nennen;
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Sie sey ein Kaufmanns-Schif, das reiche Ladung bringt,
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Wodurch ein Kaufman sich schön in die Höhe schwingt.
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Wer solte diesen Tag mit dir nicht glücklich schätzen?
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Wie? solte ich mich nicht zugleich mit dir ergötzen?
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Ich rühme, daß du dich der Liebe überläßt;
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Ich freue mich mit dir an
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Wo aber bleibt mein Wunsch bey deinen Hochzeit-Kerzen?
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Wünsch ich zu deinem Band und keuschen Liebes-Kuß
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Vergnügen und darbey des Seegens Uberfluß.
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Dein Handel nehme zu; dein Haus müß sich vermehren,
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Daß ich heut übers Jahr kan was zu schreyen hören.
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Damit dir dieser Tag noch ferner merklich sey
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Er leg dir jedesmahl was angenehmes bey
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Ich schliesse, denn die Post läßt mich nicht länger schreiben.