Als der Leichnam des Wohlgebohrnen Herrn von Milwitz in der Heil. Wipperts-Kirchen zu Erfurt beerdiget, und von denen R.R.P.P. Augustinern die solennen Exequien gehalten wurden

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Sidonia Hedwig Zäunemann: Als der Leichnam des Wohlgebohrnen Herrn von Milwitz in der Heil. Wipperts-Kirchen zu Erfurt beerdiget, und von denen R.R.P.P. Augustinern die solennen Exequien gehalten wurden (1727)

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Die hohe Allmachts-Hand, die alles mit Bedacht
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Sehr weißlich und sehr schön und wundervoll gemacht,
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Hat auch beym Anfang gleich da kaum die Welt geworden,
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Und Menschen sich gemehrt, verschiedne Ständ und Orden
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Gemacht und eingesetzt. Dem einen gab sie viel
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Von Weisheit und Verstand, so, daß sein Wort das Ziel
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Und auch die Regel war, wornach in allen Dingen
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Die andern sich gericht, und nach demselben giengen.
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Dem andern legte sie viel Geld und Güter bey,
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Damit er mächtiger als wie sein Mitknecht sey.
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Den dritten crönte sie mit Herrlichkeit und Ehre,
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Damit ein Unterschied in denen Ständen wäre.
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Und diese Ordnung steht auch jetzo noch so fest,
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Und so gewiß, als sich in Ost, Süd, Nord und West
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Ein Element bewegt, und sein Geschäfte treibet.
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Ja, daß die Republic in Flor und Ordnung bleibet,
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So muß ein Unterschied in denen Ständen seyn.

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Doch sind die Stände nicht in allem überein:
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Der ziert den Richter-Stab und trägt ihn ohne Tadel.
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Den andern aber schmückt Helm, Degen, Wappen, Adel.
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Denn ob man wohl nicht leicht auf die Gedanken fällt,
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Und zu behaupten sucht, daß in der ersten Welt
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Der Adel, wie wir ihn zu unsern Zeiten sehen,
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Auch eingesetzet wär; indem dieß erst geschehen,
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Als man die Tugenden aus jener dunklen Nacht
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Mit Fleiß hervor gesucht, und an das Licht gebracht;
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So ist uns doch bewust, das in den ersten Zeiten,
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Eins vor dem anderen besondre Herrlichkeiten
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Und Würde überkam: Die warlich merklich leicht,
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Und auch dem Adel-Stand an Schmuck und Ehre gleicht,
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Es muß der Adel-Stand wohl freylich auf der Erden,
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Nicht etwa obenhin, so schlecht betrachtet werden;
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Sein Purpur, Feder, Helm, Schild, Wappen, Fahn und Stahl,
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Und was man sonst noch nennt, bezeugen allzumahl,
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Wie hoch sein Glanz und Ruhm und Ansehn ist gestiegen,
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Und was er vor ein Recht des Vorzugs muste kriegen.
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Der Ahnen schöne Reih befördert seine Ehr,
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Vergrössert seine Pracht und Schönheit desto mehr.

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Allein, was ist doch wohl der hocherhöhte Adel
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Wenn er nicht Tugend hat? Ein Compaß ohne Nadel,
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Ein Licht, das keinen Schein und Nutzen von sich giebt.
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Wer vom Geschlechte nicht die ächte Tugend liebt,
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Der kan sich nicht mit Recht berühmt und edel nennen.
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So viele Tugenden muß er als eigen kennen,
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So viel er Ahnen wünscht und auch wohl zehlen kan:
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Dann heißt er erst mit Recht ein wahrer Edelmann.
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Ein solcher kunte wohl
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Er suchte nicht zum Pracht die Ahnen aufzuweisen,
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Noch daß Er Prahlerisch dieselben her erzehlt!
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Die Tugend hatte Er mit selbigen vermählt.
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Die kunten nie den Grund zu eingen Hochmuth legen.
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Er war dem Ehrgeiz feind, er war der Wollust gram,
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Die auch kein freches Thun und Wesen an sich nahm.
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Er liebte seinen Gott, die Demuth war sein Wissen,
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Indem er sich nur stets der Eitelkeit entrissen.
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Er wußte nichts von Schein, Betrug und Heucheley,
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Er war ein Redlicher nach alter Deutschen Treu.
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O! daß die ewge Macht beym Anfang aller Sachen
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So einen festen Bund zugleich beliebt zu machen,
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Der alles Fleisch betrift, und der uns sterblich macht:
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Hier wird kein Reichthum nicht noch Adel-Stand betracht.
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Der Tod nimmt nicht nur die zu sich in seine Kammer,
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Die arm und elend seyn, die nichts als Angst und Jammer
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An jedem Morgen sehn; er reist auch die mit fort,
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Die reich und vornehm sind. Des Todes ernstes Wort
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Ergehet auch an den, der nach der Tugend wandelt,
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Und bey erhöhten Stand und Reichthum redlich handelt.
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O Tod! wie hast du dich so kühn und unverzagt,
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Auch an das Lebens-Schif des
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Muß seines Leibes-Bau zerbrechen und zerschellen?
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Wie? hast du noch
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Du reißt das Adliche berühmte Wappen ab,
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Und wirfst es neben ihm zerbrochen in das Grab

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So ists in dieser Welt, Einmahl ist uns das Leben,
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Vom Herrn der Creatur auf eine Zeit gegeben,
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Ist nun dieselbe um, so thut des Todes Hand,
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Kein Reichthum, kein Geschlecht den kleinsten Widerstand.
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Der Höchste hält es so, er heißt die Menschen sterben.
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Hier baut er ein Geschlecht, dort läßt er eins verderben.
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Ein Schau-Platz ist die Welt. Man legt die Kleider an,
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Jetzt tritt ein Jüngling auf, und diesem folgt ein Mann,
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Und spielt die Rolle weg, und gehet dann zurücke.
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Wer nun mit Vorbedacht, mit Schönheit, Witz und Glücke
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Die Rolle durchgespielt. Ich meine, wer mit Fleiß
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Nach denen Tugenden und göttlichem Geheiß
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Sein Leben angestellt, und sich so aufgeführet,
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Daß jedermann von ihm was löbliches gespühret,
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Und gehet dann davon und läßt den Schau-Platz stehn,
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Dem suchet Ehr und Ruhm auf ewig nachzugehn.
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Nun hat
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Den Schau-Platz dieser Welt mit vielem Ruhm verlassen:
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Drum wird man Preiß und Lob auf seine Bahre streun,
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Sein holdes Angedenk muß unvergeßlich seyn.
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Sein Hingang aus der Zeit nach jenen finstern Bogen,
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Hat manche Traurigkeit und Seufzer nachgezogen.
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So, wie sein Todes-Fall so manche Brust erschreckt,
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So viel Verwunderung hat er zugleich erweckt.
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Denn der, so ihm das Ziel des Lebens auserkohren,
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Der, so die Stunde rief, darinn er ward gebohren.
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Der hat es gleichfals auch beschlossen und bestellt,
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Daß er zu gleicher Zeit und Stunde auch die Welt
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Hinwieder lassen soll. Die Nacht, in der er kommen
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Hat ihn auch ebenfals das Leben weggenommen.

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Wie wunderbar ist doch der Rath der Ewigkeit!
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Zeigt das Verhängniß nicht die größte Seltenheit?
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Denn dieses lässet jetzt auch dem
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Was andern schon vorher auf gleiche Art geschehen.
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Pompejus und zugleich Philippens grosser Sohn,
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Und Cäsar musten auch ihr Scepter, Reich und Kron
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Am Tage, der sie gab, und auch zugleich das Leben,
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Der strengen Todes-Faust auf ewig übergeben.
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Starb nicht auch Caracal auf seinem Lebens-Tag?
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Ja, daß man noch etwas von andern sagen mag.
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So ist auch Plato selbst an diesem Tag im Frieden,
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Wie auch Sidonius von dieser Welt geschieden.
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Albinus gab am Tag, der ihn ans Licht gebracht,
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Hinwiederum der Welt auf ewig gute Nacht.
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Es hat Altingius in seinen Lebens-Stunden,
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So, wie Labadie den Sterbens-Tag gefunden.

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Hier aber fällt mir nun noch diese Frage bey:
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Welch unter beyden wohl der beste Tag doch sey?
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Hierauf kan Salomon die beste Antwort stellen,
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Und das gerechteste und klügste Urtheil fällen.
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Er hat bereits gesagt: der Tag des Todes ist,
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Weit besser als der Tag, da uns das Leben grüßt,
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Und uns geschenket wird. So bald wir nur gebohren,
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So geht das Elend an. Es hat den Eyd geschworen,
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Daß uns von Müh und Quaal nichts als die Sterbens Zeit,
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Und unser Todes Tag erlöset und befreyt.
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So kans nicht anders seyn, Gott hat es wohl gefüget
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Da dich dein Sterbe-Tag nun ewiglich vergnüget.

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Ruh wohl in deiner Gruft und schlafe sanft und schön,
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Bis dich der Lebens-Fürst heist wieder auferstehn.
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Indessen danken wir dir noch vor alle Liebe,
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Vor deine Redlichkeit und Freundschaftsvolle Triebe.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Sidonia Hedwig Zäunemann
(17111740)

* 15.01.1711 in Erfurt, † 11.12.1740 in Plaue

weiblich

deutsche Dichterin

(Aus: Wikidata.org)

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