Pfarrhausidyll

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Emanuel Geibel: Pfarrhausidyll (1833)

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Der Samstagabend dämmert. Draußen flockt
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Der Schnee herab. Im Zimmer dunkelt's tief,
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Und nur des Ofens Flackerschein umspielt
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Den großen Schreibtisch und den Bücherschatz,
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Der Band an Band sich an den Wänden reiht.
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In seinem Armstuhl ruht zurückgelehnt
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Der junge Prädikant und übersinnt
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Den Text noch einmal, den er andern Tags
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Erläutern soll. Die Predigt hat er schon
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Vollendet in der Früh', und eben jetzt
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Schwebt ihm der Übergang zum Amen vor,
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Der Segensspruch, mit dem er schließen will,
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Wie wohl ein Gärtner den gelungnen Strauß
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Zuletzt noch krönt mit einer Lilie.
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Bewegt in tiefster Seele findet er
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Das rechte Wort, und hoch und höher trägt
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Ihn des Gedankens Adlerflug hinan:
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Da tritt sein junges Weib herein mit Licht.
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Doch wie sie des geliebten Mannes Stirn
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Vom Strahl des Geistes überleuchtet sieht,
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Erscheint er plötzlich schöner ihr wie sonst,
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Voll fremder Hoheit, fast wie ein Prophet,
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Und zaudernd bleibt sie auf der Schwelle stehn.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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