2.

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Emanuel Geibel: 2. (1833)

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Als die Zwölfnacht nun herankam
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Und der Reif im Forste lag,
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Bat sie ihn, die Jagd zu meiden,
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Bis erfüllt das alte Jahr,
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Und, wiewohl es schwer ihn dünkte,
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Sagt' er zu, was sie verlangt.
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Aber einst, da gegen Abend
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Sie verfallen war in Schlaf,
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Zog er, seine Lust zu büßen,
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Dennoch heimlich aus zur Jagd.
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Lange schweift' er durch die Heide,
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Ohne daß ein Wild er traf,
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Bis er eine Wölfin endlich
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Laufen sah am Waldeshang.
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Die bedünkt' ihn gute Beute,
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Schleunig nahm er seinen Stand,
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Und den schärfsten seiner Pfeile
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Schoß er, sie zu töten, ab.
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Doch mit Winseln in die Büsche
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Sprang das Untier und entrann,
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Und umsonst, es aufzufinden,
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Spürt' er durch den ganzen Wald.
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Aber als er drauf nach Hause
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Kam in später Mitternacht,
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Fand er dort in Blute schwimmend
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Auf dem Lager sein Gemahl,
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Wie sie wimmernd aus der Seite
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Einen scharfen Pfeil sich wand.
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Schmerzlich schrie sie auf zum Himmel,
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Als sie den Geliebten sah,
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Schaute dann, die Lippen regend,
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Kummervollen Blicks ihn an,
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Doch bevor sie reden konnte,
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War ihr Herz im Tod erstarrt.
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Bei der Leiche stand der Ritter
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Von Entsetzen übermannt,
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Denn den eignen Pfeil erkannt' er,
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Der die Brust der Gattin traf,
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Und zerrissen unterm Bette
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Lag ein blutig Wolfsgewand.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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