10.

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Emanuel Geibel: 10. (1833)

1
Schweig, wenn dir vom Überflusse
2
Tönend nicht die Seele schwoll!
3
Nicht an jedem Tag zum Schusse
4
Seinen Bogen spannt Apoll.

5
Keinen wahrlich darf's verdrießen,
6
Daß zu tieferm Ernst geweiht,
7
Seltner dir die Weisen fließen
8
Als in muntrer Jugendzeit.

9
Doch mit Fug wird dir's verübelt,
10
Wenn du Form und Reim erzwingst,
11
Und, was frostig ausgegrübelt,
12
Als begeistert Lied uns bringst.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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