1.

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Emanuel Geibel: 1. (1833)

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Wenn beim Wein die Herzen klopfen
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Und das Fest zum Liede drängt,
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Ziemt sich's, daß die ersten Tropfen
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Man den großen Toten sprengt.
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Leuchtend waltet ihr Gedächtnis
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Über uns, Gestirnen gleich;
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Und in ihrer Kraft Vermächtnis
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Fühlen wir uns froh und reich.

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Und so soll in unsern Weisen
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Heut gerühmt der Meister sein,
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Den die Steine müßten preisen,
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Würden Menschenzungen Stein;
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Der, vom hundertjähr'gen Drucke
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Welscher Mißkunst unberührt,
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Siegreich aus erlerntem Schmucke
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Uns zum ew'gen Maß geführt.

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Denn zur Schönheit ging sein Sehnen
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Wie mit Flügelschlag empor,
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Und die Schwäne der Hellenen
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Sangen um sein junges Ohr,
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Bis er, ganz dahingegeben
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Seiner Heimat heil'gem Ruf,
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Deutscher Kunst und deutschem Leben
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Neuer Formen Fülle schuf.

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Was vollendet und beschlossen
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Reich in seinem Geist schon lag,
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Ach, nicht alles durft' es sprossen
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Unter seiner Hand zu Tag;
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Ach, vom Feuerhauch der Musen
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Ward er allzufrüh entrafft;
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Doch in seiner Jünger Busen
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Webt ein Odem seiner Kraft.

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Klingt denn an und nennt den Namen
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Und bei ihm beschwört es heut,
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Treu zu pflegen jenen Samen,
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Den er segnend ausgestreut,
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Bis zur wundervollen Blume
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Ihr den Keim entfaltet schaut,
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Bis ihr, eurem Volk zum Ruhme,
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Deutschem Geist das Haus erbaut.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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