Das Lied vom Reiche

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Emanuel Geibel: Das Lied vom Reiche (1833)

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Frisch auf und unverdrossen,
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Wie grimm die Welt auch tut!
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Die zwei sind dir Genossen,
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Dein Gott und deutscher Mut.
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Ob's Herz schier bricht,
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Verzage nicht,
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Die Zähne beiß zusammen!
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Es fügt sich doch,
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Wofür so hoch
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Die besten Herzen flammen.

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Nicht knechtisch Wohlbehagen,
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Noch blutig Gaukelspiel
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Aus welscher Gleichheit Tagen
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Ist unsres Volkes Ziel.
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Doch birgt sein Herz
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Nicht mehr den Schmerz
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Um die zerborstne Eiche,
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Doch wächst das Wort
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Allmächtig fort,
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Das Wort vom deutschen Reiche.

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Wohl hält der alte Drache
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Vielköpf'ger Eifersucht
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Am Baum des Lebens Wache
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Und weigert uns die Frucht.
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Doch, wie er faucht
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Und Flammen haucht,
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Laß dich nicht mit zerspalten!
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Getrost im Graus,
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Mein Volk, halt aus!
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Gott wird der Hoffnung walten.

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Der Treue kann's nicht fehlen,
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Beharren bringt Gedeihn;
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Was reif ward in den Seelen,
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Das schafft sich Fleisch und Bein.
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Es wird die Not
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Ihr laut Gebot
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Im Schlachtendonner sprechen;
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Und kommt's nicht jetzt,
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So kommt's zuletzt
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Mit Biegen oder Brechen.

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Das ist die einz'ge Sühne
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Das ist des Liedes Schluß,
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Das ist der Lenz, der grüne,
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Der endlich werden muß:
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Voll Macht und Ruhm
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Das Kaisertum,
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Dem freien Volk zum Frommen.
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Drum, wie's auch tost,
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Herz, sei getrost!
50
Das Reich wird dennoch kommen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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