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Am Ostersamstag war's, da schritt ich still
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Ins Land hinaus; zu meinen Füßen schoß
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Der Isar grüne Woge strudelnd hin,
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Und fern im Dufte lag das Hochgebirg'.
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Und wie vom halbentwölkten Himmel her
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Ein lindes Säuseln kam und über mir
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Die erste Lerch' unsichtbar wirbelnd stieg:
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Da schmolz in meiner Brust das stumme Leid,
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Und feuchten Auges warf ich mich ins Gras
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Und dacht' an unsern teuren König Max.
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Und sieh, mir war's, er stände vor mir da,
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Lebendig wieder, mit dem milden Blick
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Und doch verklärt von ernster Majestät:
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Der Friedensfürst, den mehr als jedes Wort
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Das freie Glück des Stamms, den er beherrscht,
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Die frohe Blüte seines Reiches preist;
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Der stille Überwinder, der sich selbst
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Besiegt, um seinem Volk genugzutun,
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Und jeder Willkür, jeder Leidenschaft
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Den Zügel des Gewissens angelegt;
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Der echte Sohn vom Stamme Wittelsbach,
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Getreu, beharrlich, heil'gen Willens voll,
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Der mit dem letzten Atemzuge noch
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Einstand für deutsches Recht, und dem der Zorn
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Um deutsche Schmach den Todespfeil geschärft,
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Wie an des Vaters Gruft die Tochter weint,
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Und Deutschland legt den Kranz auf seinen Sarg.
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Und andre Bilder stiegen vor mir auf.
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In seiner Hofburg sah ich ihn, umringt
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Vom Kreise seiner Lieben, frohgelöst
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Aufatmen von der Last des Herrscheramts,
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Ein fürstlich Vorbild reiner Menschlichkeit;
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Und durchs Gewühl der Gassen, die sein Ruf
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In reichem Schmuck erstehn hieß, folgt' ich ihm
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Und sah ihn wandeln unter seinem Volk,
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Leutselig, liebreich, jedes fremden Glücks
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Sich miterfreuend, hülfreich jeder Not.
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Denn köstlicher als seine Krone war
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Das Herz, das unter seinem Purpur schlug,
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Das lautre, stets sich selbst getreue Herz,
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Aus dem auf alles, was er sprach und schuf,
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Ein Sonnenstrahl der reinsten Güte fiel.
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Das war's, was ihm die Seelen unterwarf;
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Und, wenn er grüßend durch die Menge schritt
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Und jedes Auge glänzte, das ihn sah,
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Wer spürt' es nicht, daß noch ein schöner Band,
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Als angestammter Treue, hier sich wob
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Aus Dankbarkeit, Hingebung und Vertraun!
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Und jener trauten Stunden dacht' ich dann
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Im hohen, bilderdunkeln Teppichsaal,
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Wo er, mit ernsten Männern im Gespräch,
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Das stillgeschäft'ge Walten der Natur,
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Der Vorzeit Bücher sich enträtseln ließ.
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Denn eine nimmermüde Sehnsucht zog
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Ihn zu des Lebens Tiefen. Nicht begnügt
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Mit der Erscheinung, sucht' er ihr Gesetz,
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Und jede neuerkannte Wahrheit galt
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Ihm eine Stufe, die er sich erkämpft.
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Und oft, wenn vor dem wissensdurst'gen Geist
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Ein Strahl ihm aufging jener Gotteskraft,
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Der ewig Einen, die im leisen Blühn
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Der Pflanze wie im Auf- und Niedergang
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Der Völker und der Zeiten sich enthüllt:
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Da flog ein Leuchten über seine Stirn,
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Und höher schlug sein Herz, als wär' er selbst
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Der Weisheit Jünger, nicht ihr Vogt und Hort.
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Doch liebt' er's, wenn um solcher Stunden Ernst
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Erheiternd sich der Kranz des Schönen flocht,
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Und wie er selbst in jungen Jahren wohl
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Geprüft die Saiten, bis des Szepters Pflicht
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Ungern das holde Spiel ihn meiden ließ,
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Verlangt' ihn nach der Muse Gastgeschenk.
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Denn göttlichen Geschlecht noch ehrt' er sie,
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Und in der Forscher strengen Kreis entbot
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Er, die ihr dienten, daß sie mit Gesang
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Des Busens Wellenschlag ihm schwichteten.
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Auch mir beschied sein königlicher Ruf
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Die neue Heimat. Hold gewährt' er mir,
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Wonach des Dichters Herz zumeist begehrt:
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Sorglose Freiheit und ein freundlich Ohr,
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Das seinen Weisen lauscht'. Und was ein Gott
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In hohen Stunden mächtiger beschwingt
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Mir auf die Lippen legte, wurde sein.
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Ach, würd'ger einst die vollgereifte Frucht,
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Die unterm Herbstlaub meines Lebens schwillt,
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Ihm darzubringen hofft' ich, und dafern
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Ein Kranz mir je noch blühte, sollt' er ihm
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Zuerst gehören, der ihn mild gepflegt –
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Da riß ein allzu früh Geschick ihn fort
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Zu jenen Sphären, die kein sterblich Lied
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Erreicht, und nichts als Tränen heißen Danks
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Für den geliebten Toten hab' ich heut.
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Den Toten? Nein! Ob auch das Gruftgewölb'
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Den schmerzensmüden Leib empfing: er lebt!
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Nicht in den Blättern der Geschichte bloß,
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Nicht bloß im Mund des Liedes noch im Erz,
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Das fromme Treue dankbar ihm erhöht;
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In seines Landes Segen und Gedeihn,
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In seines Volks Gesittung lebt er fort,
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Er lebt in unsern Herzen, lebt im Sohn,
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Der, was er anhub, zu vollenden ringt;
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Und daß er also fortlebt, sei uns Trost
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So dacht' ich, und erleichtert hob sich mir
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Die schwerbeklemmte Brust. Ich sprang empor
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Und sah zum Himmel, sah den Strom hinab;
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Da brach die Sonne leuchtend durchs Gewölk.
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Daß jede Well', in ihren Strahl getaucht,
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Der Hoffnung goldnes Bild zu tragen schien,
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Und durch das Tal, im Wind herwogend, kam
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Der Osterglocken Auferstehungsruf.