Julin

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Emanuel Geibel: Julin (1833)

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Es rauscht der Wind, es rinnt die Welle,
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Beflügelt schwebt das Schiff dahin;
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An jenes Kreidefelsens Schwelle
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Dort, sagt der Schiffer, lag Julin;

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Julin, die hohe Stadt am Sunde,
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Die still die Meerflut überschwoll;
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Wie klingt die fabelhafte Kunde
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Mir heut ans Herz erinnrungsvoll!

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Ich denk' an meiner Kindheit Tage,
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Da mir, von Märchenlust beseelt,
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Die Schwester jene Wundersage
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Des Abends vor der Tür erzählt.

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Noch steht's mir deutlich im Gemüte:
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Wir saßen auf der Bank von Stein,
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Am Nachbarhaus die Linde blühte,
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Am Himmel quoll des Mondes Schein.

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Die schlanken Zackengiebel hoben
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So ernst sich, wo der Schatten fiel,
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Und dann und wann erklang von oben
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Von Sankt Marien das Glockenspiel.

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Dann ging's hinein zum Nachtgebete,
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Und linder Schlaf umfing mich drauf;
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Ich baute die versunknen Städte
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Im Traume prächtig wieder auf.

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O Knabenträume rein und helle,
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O Jugendlust, wo gingt ihr hin! –
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Es rauscht der Wind, es rinnt die Welle,
28
Wo sind Vineta und Julin?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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