19.

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Emanuel Geibel: 19. (1833)

1
Ach, wer hat es nicht erfahren,
2
Daß ein Blick, ein Ton, ein Duft,
3
Was vergessen war seit Jahren,
4
Plötzlich vor die Seele ruft!

5
Also kommt in dieser süßen
6
Frühlingszeit von Wald und Fluß
7
Solch Erinnern oft und Grüßen,
8
Daß ich tief erschrecken muß.

9
Weisen, die gelockt den Knaben,
10
Dämmern auf in meinem Ohr:
11
Dunkle Sehnsucht, längst begraben,
12
Zuckt wie Blitz in mir empor.

13
Und wenn hoch die Sterne scheinen,
14
Geht im Traum durch meinen Sinn
15
Winkend, mit verhaltnem Weinen,
16
Die verlorne Liebe hin.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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