Ich fuhr von St. Goar

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Emanuel Geibel: Ich fuhr von St. Goar (1833)

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Ich fuhr von Sankt Goar
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Den grünen Rhein zu Berge;
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Ein Greis im Silberhaar
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War meines Nachens Ferge.

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Wir plauderten nicht viel,
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Die Felsen sah ich gleiten
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Dahin im Wellenspiel
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Und dachte vor'ger Zeiten.

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Und als wir an der Pfalz
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Bei Kaub vorüber waren,
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Kam hellen Liederschalls
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Ein Schiff zu Tal gefahren.

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Ins weiße Segel schien
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Der Abend, daß er glühte;
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Studenten saßen drin,
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Mit Laub umkränzt die Hüte.

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Da ging von Hand zu Hand
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Der Kelch von grünem Glaste;
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Das schönste Mägdlein stand
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In goldnem Haar am Maste;

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Sie streute Rosen rot
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Hinunter in die Wogen
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Und grüßte, wie im Boot
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Wir sacht vorüberzogen.

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Und horch, nun unterschied
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Das Singen ich der andern:
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Da war's mein eigen Lied,
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Ich sang es einst vom Wandern;

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Ich sang's vor manchem Jahr,
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Berauscht vom Maienscheine,
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Da ich gleich jenen war
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Student zu Bonn am Rheine.

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Wie seltsam traf's das Ohr
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Mir jetzt aus fremdem Munde!
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Ein Heimweh zuckt' empor
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In meines Herzens Grunde.

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Ich lauschte, bis der Klang
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Zerfloß in Windesweben;
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Doch sah ich drauf noch lang
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Das Schifflein glänzend schweben.

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Es zog dahin, dahin –
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Still saß ich, rückwärts lugend;
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Mir war's, als führe drin
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Von dannen meine Jugend.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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