10.

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Emanuel Geibel: 10. (1833)

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Im Herbste, wann die Trauben glühn
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Und froh die Keltern schallen,
3
Da hebt der Sinn mir an zu blühn,
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Das Blut mir an zu wallen.

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Es treibt das Herz mich hin und her
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Und zuckt wie eine Flamme;
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Verleugnen kann ich's nimmermehr,
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Daß ich von Winzern stamme.

9
Denn kam ich auch am Ostseestrand
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Das Licht der Welt zu suchen;
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Mein Stammhaus steht im Frankenland
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Im Dorf zu Wachenbuchen.

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Da lauscht aus Rebenlaub hervor
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Das Zeichen der Familie,
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Auf hellem Schild hoch überm Tor
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Die rot' und weiße Lilie.

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Und ringsumher ist Weingebiet,
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Und goldne Ströme rinnen,
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Es klingt der Tanz, es schallt das Lied
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Der ros'gen Winzerinnen.

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Erst meinen Vater trieb sein Stern
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Zur Hansastadt im Norden,
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Wo er im Weinberg dann des Herrn
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Ein rüst'ger Winzer worden.

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Und wie mein Urahn Most geschenkt
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Für durst'ger Wandrer Kehlen,
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Hat er mit Gnadenwein getränkt
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Die gottesdurst'gen Seelen.

29
Wohl zog sein hoher Geist auch mich
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Auf ernste Lebensbahnen,
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Doch stets, wann's herbstet, rühret sich
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In mir das Blut der Ahnen.

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Und Ruh' noch Rast nicht hat mein Sinn,
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Bis ich im Kreis der Zecher
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Geküßt die schönste Winzerin,
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Geleert den vollsten Becher.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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