Letzter Gruß

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Emanuel Geibel: Letzter Gruß (1833)

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Fahr wohl, fahr wohl! Du ziehst von hinnen,
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Und all mein Glück zieht mit dir fort;
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Doch sahst du keine Träne rinnen,
4
Und diese Lippe sprach kein Wort;
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Fahr wohl, fahr wohl! Du ahnest nicht
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Den Dorn, der mir ins Leben sticht.

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Ach, als in meines Herbstes Trauer
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Du tratest, Frühlingslicht ums Haupt,
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Da ging durch diese Brust ein Schauer,
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Die nie zu lieben mehr geglaubt;
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Am Wunder, das an mir geschah,
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Fühlt' ich, ein Engel war mir nah.

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Und da du meinem Spiel dich neigtest,
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Und forschend nach der Lieder Sinn
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Die junge Seele ganz mir zeigtest
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Und aller Himmel Tiefen drin:
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O wie mir da die Träne quoll,
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Und war doch höchster Freuden voll!

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Mir war's, der Mond sei aufgegangen,
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Mein dunkler Wandel ward voll Licht;
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Ich träumte hin im schönen Prangen
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Und dacht', ein Kind, der Zukunft nicht;
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Fahr wohl! – In Wolken sinkt der Mond,
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Und Nacht wird's. Doch ich bin's gewohnt.

25
Fahr wohl, Holdsel'ge, sei gesegnet,
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Und sei gesegnet, wem du nahst;
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Auch er, dem einst dein Herz begegnet,
28
Wann du mich längst vergessen hast –
29
Fahr wohl, fahr wohl! Was geht's dich an,
30
Daß ich dich nie vergessen kann?

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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