An die Gewaltsamen

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Emanuel Geibel: An die Gewaltsamen (1833)

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Der heil'ge Geist ist Gottes freie Gabe,
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Das Wort ein Fels, ein ew'ger. Meint ihr gar,
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Daß ihr ihn stützen mögt mit eurem Stabe?

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Und dessen Hand ihn hielt zweitausend Jahr,
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Daß auch kein Körnchen durfte davon splittern,
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Wähnt ihr, er schlafe, weil ihr träumt Gefahr?

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Kleingläubige, wie mögt ihr also zittern!
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Nein! Laßt die Geister wandeln ihre Bahn!
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Klar wird die Luft in Sturm und Ungewittern.

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Und schwölle berghoch die Verneinung an
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Wie eine neue Sündflut: mag sie schwellen!
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Nicht eurem Machtspruch ist sie untertan.

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Doch glaubt, ob Menschensatzung mag zerschellen:
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Der wahren Kirche dreimal heilig Schiff
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Treibt gleich der Arche sicher auf den Wellen.

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Und wen die Sehnsucht nach dem Herrn ergriff:
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Wie immer auch geheißen sei sein Glaube,
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Er mag sich bergen drin vor Flut und Riff.

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Und kommen wird der Tag, da bringt die Taube
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Den Ölzweig heim: es wurzelt im Gestein
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Des Schiffes Kiel, nicht mehr der Flut zum Raube.

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Dann wird
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Verlaufen in der Tiefe sind die Wogen,
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Verweht vom Winde ist das letzte: Nein!

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Und auf den Wolken steht der Friedensbogen.

(Haider, Thomas. A Large Annotated Reference Corpus of New High German Poetry. In: Proceedings of the 2024 Joint International Conference on Computational Linguistics, Language Resources and Evaluation (LREC-COLING 2024), S. 677–683, Torino, Italia. ELRA and ICCL. 2024. Ursprünglich aus: Deutsches Textarchiv, CC BY-SA 4.0.)

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Emanuel Geibel
(18151884)

* 17.10.1815 in Lübeck, † 06.04.1884 in Lübeck

männlich, geb. Geibel

deutscher Lyriker

(Aus: Wikidata.org)

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